Zicke, zacke, Hühnerkacke!

Bei voranschreitender Lebensdauer erhöht sich die Gefahr des Ablebens merklich, bis sie irgendwann eintritt. Dies ist einem als aufgeklärter Mensch durchaus bewußt. wird – sofern es Menschen oder Tiere betrifft, die einem nahestehen – aber gerne mal zur Wahrung des Seelenheils verdrängt.

Dieses kunstvolle Verdrängen ist jedoch leider gänzlich ungeeignet, das zu Geschehene wirklich zu unterbinden, also bleibt es uns heute nicht erspart, um Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow zu trauern, den alle Welt und der blaue Klaus als Loriot kannte und schätzte.

Den später Geborenen, die zwischen „Kennta? Kennta!“ und „Voll konggreed, Alda!“ aufwachsen durften/mussten, ist ein Gutteil seines Humors nicht mehr wirklich zu vermitteln, weil die heutige Gesellschaft so wie bei ihm meist fein beobachtet und dargestellt nicht mehr daherkommt.

Diejenigen, die sich aber erinnern können, werden wohl bei schiefen Bildern, Nudelresten im Gesicht, der Jagd nach Diplomen, Badezimmerenten, Staubsauger- und Weinvertretern, einzutragenden Sitzfalten im Beinkleid, der wiederholten Frage im Restaurant, ob es denn schmecke und vielen anderen Beobachtungen in ein von ihm geprägtes Schmunzeln verfallen, das ist mittlerweile genetisch verankert.

Hin und wieder lässt man mich kommentarhalber wissen, dass man den einen oder anderen meiner Blogbeiträge amüsant bis witzig findet. Wenn dem so sein sollte (was man selbst ja nur sehr schlecht beurteilen kann), dann ist das zu einem Gutteil Herrn Loriot zu verdanken, der mich seit Jahrzehnten als seinen Fan gewonnen hatte. Den Rest steuerten dann noch der frühe Otto, MAD, Monty Python, Die Simpsons, Mr. Bean, Titanic, Heinz Erhardt und das Lachgas des Zahnarztes bei.

Dafür und für alles andere vielen, vielen Dank und versuchen Sie bitte, sich es in der neuen Umgebung kommod zu machen. Es ist doch anzunehmen, dass Frau Hamann Ihnen einen Platz auf ihrer Lieblingswolke freigehalten hat.

Das Fernsehen wird sicherlich nun seine alten Schätze wieder ausgraben also halte ich es auch für eine lässliche Sünde, wenn ich eine kleine Hommage, die ich zu einem seiner letzten Geburtstage verfasste, aus diesem Anlass nochmals zur Begutachtung freigebe. Ich mache so etwas sonst nur selten:

Hallmackenreuther

(P.S.: Kennt jemand einen guten Tätowierer, der „Die Ente bleibt draußen!“ fehlerfrei applizieren kann?)

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Lordiot

Die Szenerien, über die sich Generationen von Zuschauern seit vielen Jahren beöm … amüsiert haben, leben unter anderem auch davon, dass sich der sehr geschätzte Herr von Bülow ausgiebig im Leben der Menschen umschaute und die Komik des Alltäglichen fein herausfilterte.

Was Wunder also, wenn man sich in seinem eigenen Alltag hin und wieder in eine Loriot-Situation versetzt fühlen darf, wie auch ich dieser Tage. Nein, man hat mich nicht heimlich bei der Teilnahme am VHS-Kurs „Französisch Jodeln für Anfänger“ erwischt. Es klingelten auch nicht mehrere Vertreter an meiner Tür während ich noch mit dem Haushalt beschäftigt war, bei mir fragte auch nicht der Vatikan bezüglich der Beteiligung an einer Herrenboutique an und schon gar nicht teilte ich mir eine Badewanne mit einem Vorstandsvorsitzenden aus Lüdenscheid.

Meine loriotesque Szenerie betraf die Situaton im Restaurant. Gut ,einige Details wichen ein wenig von der Vorlage ab. Es war ein Café und kein Restaurant (in dem ich übrigens zu jenem Zeitpunkt der einzige Gast war). Es ging auch nicht um die berühmt-berüchtigte Kalbshaxe „Florida“ sondern um Zupfkuchen sowie einen hausgemachten Weihnachtsstollen und die mir von 2 immer wieder die Räumlichkeiten durchquerenden Beschäftgten gestellte Frage war auch nicht „Schmeckts?“ sondern eher ein „Bei Ihnen alles okay?“ in verschiedenen Variationen, dies aber gefühlte 35 Mal innerhalb einer halben Stunde. Mehrfach wurden mir auch die Vorzüge des hausgemachten Weihnachtsstollens angepriesen und ich kam mir beinahe schäbig vor, mich für den Zupfkuchen entschieden zu haben anstatt den sicher sehr leckeren hausgemachten Weihnachtsstollen zu wählen.

Mit Zupfkuchen im Mund spricht man „Zupfkuchen“ übrigens eher wie „Mupfmuhen“ aus. Das wäre mir mit hausgemachtem Weihnachtsstollen sicher nicht passiert.

Eine entscheidende Differenz zum Loriotsketch gab es aber, denn mir platzte nicht irgendwann der Kragen um laut „JAAA!“ zu brüllen, was aber zumindest zu einem Teil daran lag, dass die beiden Beschäftigten plötzlich zum Schneeräumen abkommandiert wurden. Dies hinderte jedoch einen der beiden nicht daran, mir pantomimische Gesten durch das Panoramafenster zu widmen, deren Inhalt auch ein Laie ohne große Mühe als eine „Alles okay?“-Variation  interpretieren konnte. Wie schade, dass ich irgendwann aufbrechen musste. Nun weiß ich wieder nicht, wie es um meine nervliche Belastungsgrenze in der Vorweihnachtszeit bestellt ist.

Mit diesem ausführlichen Einblick in mein abenteuerliches Freibeuterleben möchte ich meine Lesefröschlein in einige wunderbare und liebevolle Feiertage entlassen. Fühlt euch dezent genasstupst!

P.S.: Wer in der Überschrift „Lordidiot“ gelesen hatte, sollte sich was schämen … nun ja, ein klein wenig zumindest …

Hall-mak-ken-reu-ther

Mann: „Guten Tag, ich hätte gerne 2 Karten für die Loriot-Ausstellung abgeholt. Sie waren reserviert für Blühmel“

 

Kartenverkäufer: „Wie bitte?“

 

Mann: „Blühmel … wie Blume … nur mit ü … und h … und l …“

 

Kartenverkäufer: „Nein, da haben wir nichts …“

 

Mann: „Ach was … Ich hatte aber 2 Karten bei einem Preisausschreiben gewonnen. Man musste verschiedene Silben richtig zusammensetzen … dort stand SA-LA-LOS…“

 

Kartenverkäufer: „Also ich habe hier nur eine Reservierung für Hoppenstedt …“

 

Ehefrau: „Heinrich, was ist denn?“

 

Mann: „Hier sind nur Karten für Hoppenstedt hinterlegt“

 

Ehefrau: „Wir hatten doch eine Familie Hoppenstedt im Campingurlaub kennengelernt, weißt du noch? Sie hatte ein Jodeldiplom und er hatte so einen komischen Kosakenzipfel …“

 

Kartenverkäufer: „Was ist denn nun?“

 

Mann: „Frau Hoppenstedt hat ein Jodeldiplom“

 

Kartenverkäufer: „Bitte …?“

 

Mann in der Warteschlange: „Könnte ich vielleicht mal in der Zwischenzeit? … Ich hatte auch Karten reserviert … 3 Erwachsene und ein Riesenschnauzer“

 

Ehefrau: „Und jetzt? Ich wollte ja lieber mit Martha in „Siegfried“ gehen. Herrje, und das alles nur, weil der Fernseher kaputt ist.“

 

Mann (leicht genervt): „Ich lasse mir doch von einem Fernseher nicht vorschreiben, wie ich meinen Abend zu verbringen habe“

 

Ehefrau: „Gehen wir denn jetzt mit Martha in „Siegfried“?“

 

Kartenverkäufer: Sie wollen in „Siegfried“?

 

Mann: „Nein, nein, Siegfried ist meine Schwägerin … nein … Moment, jetzt hab ichs … Martha ist meine Schwägerin.“

 

Kartenverkäufer: „Warten Sie, ich schaue nach, ob wir noch Karten für „Martha“ haben …“

 

Mann: „Nein, nein, das ist nicht …“

 

Kartenverkäufer: „Nein, leider … ich könnte Ihnen Karten für „Das 3-Minuten-Ei“ anbieten, das ist eine Sammlung komischer Sketche …“

 

Ehefrau: „Oh, keine Eier bitte, mein Mann hat so hohes Cholesterin“

 

Mann: „Herta! Muss das denn jetzt hier …?“

 

Ehefrau: „Typisch, jetzt beschwerst Du dich, aber wenn du vom Arzt kommst, jammerst du wieder.“

 

Frau aus der Schlange: „Lassen Sie doch mal das Kind nach vorne, das sieht doch gar nix…“

 

Jüngere Frau zu Mann: „Entschuldigung … Sie haben da was …“ wischt ihm dezent eine Suppennudel vom Nasenflügel

Ehefrau: „Was machen Sie denn da??“

 

Jüngere Frau: „Aber .. ich wollte doch nur …“

 

Ehefrau: „Sie lassen SOFORT die Nudel meines Mannes in Ruhe!“

 

 

In diesem Sinne … äh, läuft die Kamera? … gut, also WOHLSEIN und Alles Gute, Herr von Bülow! Und sehen Sie es Frau Hamann bitte nach, dass sie ausnahmsweise nicht bei den Feierlichkeiten anwesend sein kann. Sie lässt Ihnen ganz bestimmt die allerherzlichsten Glückwünsche ausrichten.

Gedanken sind wie Wildpferde

Wildes Assoziieren kann mitunter ein sehr netter Zeitvertreib sein. Wenn es allerdings fast schon zwanghaft passiert und eine Tendenz zum pathologischen entwickelt, kann es zum Problem werden. Da lohnt es sich bestimmt, sich mal etwas näher damit zu beschäftigen. Als Krankheit scheint wildes Assoziieren bislang nicht eingestuft zu sein; es steht zumindest nicht im medizinischen Dauerbrenner, dem Pschyrembel.

In der Jubiläumsausgabe des Pschyrembel haben witzige Redakteure übrigens die berühmte „Steinlaus“ von Loriot mit eingebaut, mit Bild. Haha, Loriot überhaupt. „Jodeldiplom, da habe ich etwas eigenes“, „Sie haben da etwas…“, „Wenn meine Frau aufwacht, nimmt sie gerne einen Tee und etwas Gebäck“. Otto ist jetzt auch schon 60 Jahre alt geworden und tourt immer noch mit den Gags von 1975.

Robin Hood, der Becher ohne Henkel, hihi…der läuft ja immer im Wald herum. Da wäre ich jetzt auch gerne, da ist es schön kühl jetzt, fast wie Urlaub. Ach, in Urlaub könnte ich auch schon wieder, der Strand, das wilde Meer, der Wind, durchaus auch mal kräftiger Wind.

Das „Hurricane“-Festival dieses Jahr soll ja auch wieder ziemlich toll gewesen sein. Die Sängerin Jennifer Rostock hatte als brauchbare Festivalgetränke unter anderem „kalte Muschi“ (Rotwein/Cola) und „Wurstwasserwodka“ (das will man gar nicht näher beschreiben) empfohlen. Letztens hatte ich seit Äonen mal wieder eine Currywurst gegessen und zwar an einer überregional bekannten Imbissbude die berühmt-berüchtigt für ihre höllenscharfen Currywurst-Soßen mit bis zu einer Fantastilliarde Scoville Schärfegrad ist. Ich hatte Soße „C“, über die Könner nur milde lächeln, die bei mir aber schon ausgereicht hatte, damit sich meine Geschmacksnerven für längere Zeit mit unbekanntem Ziel verkrümelten und pures Brennen hinterließen. Vielleicht waren sie ja auch beim Hurricane. Radiohead müssen dort einen starken Auftritt gehabt haben. Radio kann man mittlerweile fast überhaupt nicht mehr hören, nur noch Mainstream-Gedudel. Da muss man schon aufs Internet ausweichen, dort gibt es sehr interessante Sender.

Macht es eigentlich Spaß, in einem Internat zu leben? Den ganzen Tag mit Lehrern verbringen. „We don’t need no Education…dumdidummm….“, Die Mauer ist jetzt schon seit 19 Jahren gefallen, Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Herr Obama hat es sich in Berlin übrigens netterweise verkniffen, einen Satz auf Deutsch zu sagen, was ja auch unendlich peinlich gewesen wäre. Der Kerl sieht extrem abgemagert aus. Oh, ich glaube, ich bekomme langsam Hunger…das Problerm bei wildem Assoziieren ist: MAN KOMMT NICHT AUF DEN PUNKT!!!!

Schöne Grüße an dieser Stelle an den Schreibclub! :o)