After the Goldrush

Die Umfrage der Woche:

Harmonie zwo

Böse, böse Welt!

Kaum hatte sich unsere olympische Wassernixe (von nixe kommt nix) Britta nach dem verpatzten Finaleinzug dahingehend geäußert, dass dies ja nicht so schlimm sei und sie sich dafür über die tollen Zeiten der Anderen freue, da hagelte es auch schon von allen Seiten Kritik. Die ehemals aktive Planschbeckenadlige Franzi fand diesen Kommentar nicht so prickelnd, aber auch von anderer Seite wurden Bemerkungen wie „verlogenes Gutmenschengelaber!“ und ähnliches losgelassen und man riet ihr allenthalben, ihre nachvollziehbare Enttäuschung doch auch zuzugeben.

Furchtbar, wie sich andere Menschen anmaßen, die Gefühle von Dritten zu beurteilen oder sogar zu maßregeln, nicht wahr?

Dabei ist dies doch genau die Grundhaltung, die immer wieder in den Zen-Ratgebern vermittelt wird, welche die ganzen Macchiato-Muttis und Buddha-Bubis in ihren Regalen stehen haben. Welch angenehme Welt könnte dies sein, wenn dieser Steffen-Effekt weitverbreitet wäre.

Dein Freund hat Dich für eine Andere verlassen? Nicht lange herumjammern und Dich und Deine verdorrenden Eierstöcke bedauern. Freue dich für die Andere, dass sie jetzt so einen Traumtypen bekommt und bestimmt zusammen mit ihm viele wunderschöne Babies haben wird.

Die Stelle ist mit jemand Anderem besetzt worden? Na, dann freue dich doch für Ihn, wie er nun mit Topgehalt und Dienstwagen in der halben Welt herumpendeln und mit seinem nunmehrigen Traumjob auch Anderen Männern die Freundin ausspannen kann. Mit dieser freudvollen Einstellung hinterlässt man auch gleich einen ganz anderen Eindruck im Jobcenter.

 Du spielst jahrelang erfolglos Lotto und der Nachbar bekommt einmal einen ausgefüllten Schein als Geburtstagsgeschenk und landet gleich einen Volltreffer? Dann freue dich für Ihn, denn zumindest er hat nun die Mittel, um aus deiner heruntergekommenen Pissgegend rauszukommen und wird Dir vielleicht auch mal eine Ansichtskarte senden, die Du unter Umständen auch erhältst, wenn die Assikids aus der Nachbarschaft nicht wieder Deinen Briefkasten anzünden.

Ach ja, es wäre eine Welt voller Gänseblümchen … debil grinsender Gänseblümchen, aber immerhin …

Oh, bei dieser Gelegenheit noch eine Nachricht an die Olympia-Sportler auf dem Treppchen: Würdet Ihr BITTEBITTE darauf verzichten, immer wieder für „witzige“ Fotos in Eure Medaillen zu beissen? Das war höchstens mal bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm lustig und ich verspreche Euch, dass sie nicht aus Schokolade sind. Dankesehr!

the games

„oh, danny boyle, the pipes, the pipes are calling …“

Es war zum größten Teil schon beeindruckend, was Danny Boyle da an Eröffnungszeremonie hinlegte. Wenngleich teilweise etwas überladen; ein Niesanfall und schon hatte man einen Promiauftritt oder 100 Jahre britische Geschichte verpasst.

Für Menschen wie mich aber definitiv berührend: Der Abschnitt über die Errungenschaften englischer Musik.  Man muss das UK nicht unbedingt für Pfefferminzsoße oder die Degeneration der Menschen zu Arbeitsmaschinen im frühen 20. Jahrhundert lobpreisen, aber musikalisch waren sie sicher lange das Maß der Dinge, wie man gestern abend nochmals eindrucksvoll beweisen konnte.

Ende der 70er und in den 80ern war ich sehr frustriert darüber, in der amerikansichen und nicht der englischen Besatzungszone zu leben, denn damals konnte man sich noch nicht im (von einem Engländer erfundenen) www herumtreiben und zwischen fünfunddrölfzig Sendern wählen, sondern es hieß AFN statt BFBS. Nichts gegen ein wenig Soul und R’n’B, aber in England ging der Punk ab. Und die New Wave. Und TwoTone. Undundund …

Der heiße Scheiß fand in den britischen Charts statt und nicht alles schwappte gleich nach Good old Germany. Hin und wieder legte ich mir im Internationalen Pressecenter am Hauptbahnhof einen NME oder den damals noch existierenden Melody Maker zu, um ein wenig mehr wissen zu dürfen, als das, was die hiesige Hitparade International auf hr3 so ausspuckte.

Von den 60ern bis in die 90er war England musikalisch bestimmend wie kein anderes Land. Heute würde ich das so nicht mehr behaupten wollen, aber diese Jahrzehnte hatten soviel hervorgebracht, von dem man noch lange zehren kann.

Ich bin definitiv nicht der Einzige, der zwischendrin darüber nachdachte, wie es wohl ausgesehen hätte, wenn ein solcher musikalischer Aufritt in einer deutschen Olympiastadt stattgefunden hätte. Statt Beatles, Stones, The Jam, The Clash, The Specials, Bowie, Underworld, Prodigy, Pink Floyd, Oldfield und vielen Anderen wären hier Heintje, Freddy Quinn, Gus Backus, Roy Black, Heino, Roland Kaiser, Nena, Hubert Kah, Wolfgang Petry, Bushido, Rammstein und Unheilig Parade gelaufen. Nein, malt es Euch bitte nicht aus, es wäre zu schrecklich …

Alles richtig also. Ich hatte lediglich die kleine Hoffnung, dass Mr. Bowie auch einen kleinen Liveauftritt hätte haben können, wenn schon seine Musik so ausgiebig genutzt wurde. Schade. Dass es noch nicht einmal mehr für einen Miniskandal reichte, als man das „God save the Queen“ der Sex Pistols in Front of HRH spielte, zeigt halt auch, dass sich die Zeiten verändern. Wahrscheinlich auch gut so.

Also, Folks, schauen wir uns  mal die Londolympics an und zählen mit, welche Medaillen uns wegschwimmen werden.

Vergesst während dieser Zeit aber nicht die restliche Welt. Gerade haben Astronomen Vampire im Weltall entdeckt.

Pekingente

Es war in letzter Zeit zu lesen, das chinesische NOK erwäge, wegen der üblen Störungen durch tibetische Terrormönche und deren verblendeten Anhängern die Laufstrecke des olympischen Feuers eventuell stark zu verkürzen.

Dies wurde so nie gesagt und schuld war mal wieder eine gschlamperte Übersetzung. Tatsächlich meinte man, angesichts der durchgeführten Demonstrationen wie immer nicht lange fackeln zu wollen…

Ist doch auch viel nachvollziehbarer..

Fire, walk with me…

Da hat es doch vor kurzem tatsächlich einer der 5 Tibeter  gewagt, ganz in der Nähe des ChinaNOKÜberWichtigManns mal ein wenig zu demonstrieren, während die Menschen in …ähhh…wie heißt der Ort doch gleich, wo das olympische Feuer startet?…verflixt…ich komm noch drauf…doch einfach nur ein wenig ergriffen sein wollten, weil just der olympische Flammenwerfer in der Salatschüssel entfacht wurde. Dieser Dalai Lama und seine Leute schrecken ja wirklich vor gar nix zurück; nicht einmal vor einer Freundschaft mit RoKoCop…

Dieser Blog ist zu klein, um ausführlich und substanziell unpeinlich auf die China-Tibet-Problematik eingehen zu können. Was mir jedoch mal wieder auffiel: Immer wenn ein asiatischer Politiker redet, überkommt mich ein merkwürdiges Gefühl. Mag es an der eigenen Grammatik dieser Sprachen liegen, an den ungewohnten Betonungen, an der Stimmlage der Sprecher, jedenfalls klingt es für mich immer, als hätte soeben jener die Menschenrechte für abgeschafft erklärt und die sofortige Gleichschaltung Aller angeordnet.

Das ist ja nun nicht grad eine die Völkerverständigung fördernde Empfindung, ich weiß. Das sind die allerschlimmsten; sich über asiatische Politiker ereifern, aber den Hunger mittels Nr. 43 mit Cashewsnusse und rote Curry bekämpfen…