Der Vollidiot, der aus seinem absurd geparkten Auto stieg und einfach verschwand

Die Möglichkeiten, sein Auto irgendwie abzustellen sind mannigfaltig, jedoch längst nicht immer begrüßenswert. Wohlbekannt sind sicherlich auch den hiesigen Lesefröschlein jene Verkehrsteilnehmer, die mitunter etwas verwundert bis amüsiert auf die immer wieder auftauchenden farbigen, meist weißen Linien auf dem Boden reagieren, sich aber keine weiteren Gedanken über deren Sinn zu machen scheinen. Geparkt wird nämlich eher nach Gefühl, was meist bedeutet, es zwischen zwei Parkmarkierungen (Könner schaffen drei) zu tun. Gerne auch leicht schräg, was den Spontanparkeffekt bei den Zuschauern verstärkt. Es soll wohl ausdrücken, dass hier einer dieser wichtigen Menschen parkt, der wirklich schon genug damit zu tun hat, die Marktwirtschaft am Laufen zu halten und sich nicht auch noch mit derlei Schnöselkram wie sozial verträglichem Parken aufhalten kann.

Nett auch jene, die am Straßenrand parken und so nahe auf sie umgebende Autos auffahren, dass sich deren Stoßstangen Zungenküsse geben könnten, wenn Sie denn Zungen hätten. Heraus käme man aus einem solchen Parkplatz dann höchstens, wenn man so ein Special-Agent-Auto hätte, dessen Räder um 90 Grad gedreht werden könnten, aber selbst dann hinterließe man wohl Schleifspuren.

In den letzten Jahren verstärkt hinzugekommen sind dann noch die Besitzer (Eigentümer ist die ersten Jahre ja meist die Kreditbank) jener schnuckeligen kleinen Fortbeweungsmittel in der Länge eines Baguettes, denen vom Verkäufer vermittelt wurde, dass man damit ja nun wirklich überall parken könne, was jene dann auch gerne und reichlich tun. Man muss sich bald nicht mehr wundern, wenn man eines Tages seinen Briefkasten öffnete und dort eines dieser geparkten Minivehikel vorfände.

Die Freigeistigkeit solcher Verkehrsteilnehmer weicht dann aber ganz schnell einem verbiesterten Ruf nach Vergeltung gepaart mit Anschreiben williger und billiger Anwälte, wenn bei deren Autos mal die Luft im Reifen fehlt, mit dem Haustürschlüssel formschöne Geschlechtsteile in den Lack gemalt werden oder nicht mehr genießbare Eier einer finalen Verwendungsmöglichkeit zugeführt werden sollten.

Die Welt ist ungerecht!

 

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2 für Einen

Hurra, heute gibt es 2 Posts im Doppelpack, und das zum gleichen Preis!

Teil 1:  Sandmann, lieber Sandmann

Stellt euch doch einmal vor, Ihr wärt ein snobistischer, arroganter Kerl in seinen Dreißigern, der bei seiner Traumverwirklichung auf halbem Weg gescheitert ist und diese Verbitterung gerne an Anderen auslässt. Eines Tages beginnt ihr plötzlich, Sand zu verlieren, aus Eurem Körper. Zunächst nur kleine Mengen, später dann immer gewaltigere. Wer an Eurem Sand riecht, fällt in einen traumreichen Schlaf. Warum dies so ist, bleibt Euch zunächst unklar, aber Euer  bisheriges Leben tut es dem Sand gleich und rinnt Euch durch Eure Finger, bevor Euch sogar die Finger wegrinnen …

Das ist im Groben der Plot zu dem Schweizer Film „Ein Sommersandtraum“, der zur Zeit noch in einigen Programmkinos läuft. Eine kleine, zeitweise durchaus humorige Groteske, in welcher es aber eigentlich – und das habt Ihr Euch mit eurer Lebenserfahrung sicher bereits gedacht – um Liebe geht, um Poesie und Musik. Mit der heutigen Wiederholung von „Spiderman 3“ hat das übrigens nicht viel zu tun. Schaut ihn Euch ruhig mal an, wenn ihr Naturwissenschaft auch mal hinter Poesie stellen könnt.

Teil 2: Das kleine Glück

Nach dem Glück suchen wir doch alle irgendwie und für viele gilt auch hier: Je mehr, je besser. Die großen Glücksgefühle sind aber für die meisten von uns eher dünn geseht. Was den Alltag angenehm gestalten kann, sind viel häufiger die kleinen, unvorhersehbaren  Glückserlebnisse, die wir leider zu oft zu schnell wieder vergessen. Das kann ein unerwartetes Angebot sein, Sonne, wo man von Regen ausgeht oder ein nicht erwarteter Parkplatz in einer schlimmen Parkgegend in der großen Stadt, und dies direkt gegenüber dem Kino, in das man möchte und während es draußen gerade Bindfäden regnet.

Ja, Leben, ich habe dies gewürdigt!

So lonely, so lonely …

Es gibt Momente, da durchdringt einem von einem Augenblick auf den nächsten womöglich die Erkenntnis, dass wir ein Haufen zusammengepacktes Nichts sind, das auf einem Staubkorn inmitten eines Universums, welches wir uns nicht annähernd vorzustellen in der Lage sind, durch etwas trudelt, das wir als Zeit bezeichnen, das aber letztlich auch nur eine hilflose Konstruktion des Unfassbaren darstellt, und eine bodenlose, untröstliche, beinahe wahnsinnig machende Verlorenheit und Einsamkeit erfasst einem.

Vielleicht war es einer dieser Momente, der eine mitteljunge Frau dazu veranlasste, auf einem großzügigen Parkplatz, bei dem im Umkreis von 25 Metern nur ein Auto parkte, sich genau neben dieses eine Auto zu stellen. Eben um eine gnädige Milderung dieses tieftraurigen Gefühls zu erhoffen. Und da die Einsamkeit sehr groß war, stellte sie sich auch so eng neben das andere Auto, dass dessen Fahrer, der gerade noch recht gutgelaunt mit einem der letzten Eise dieser Saison in der Hand zurückkam, sich seine Zeit als Schlangenmensch in Erinnerung rufen musste, um überhaupt sein Gefährt besteigen zu können.

Mit einem Waffeleis in der Hand sich in ein Auto zu zwängen, ohne nennenswerte Kleckereien verursacht zu haben, halte ich für eine grandiose Leistung dieses Fahrers, den zu rasieren ich jeden Morgen das Vergnügen habe.

Noch besser war allerdings jener Verkehrsnichtteilnehmer, der von der Flut der bereitwilligen Parkmöglichkeiten überfordert zu sein schien und sich stattdessen lieber auf die Fahrbahn stellte, unmittelbar vor der Ausfahrt, so dass alle Autos (also zumindest das eine, in welchem der noch Waffelreste knabbernde Schlangenmensch saß) mühsam um ihn herumkurven mussten.

Dafür wurde ihm dann aber auch der böseste Blick der Woche zuteil … obwohl, warten wir es ab, die Woche ist ja noch nicht zu Ende …

Update „Verfolgungswahn 2.1“ available

Das mit den roten Ampeln haben SIE ja mittlerweile nicht ungeschickt modifiziert. SIE überlassen mir nun die eine oder andere Grünphase (offenbar gesteuert durch eine Random-Funktion), damit bei mir dieser psychologische Ansatz greifen soll und ich tatsächlich glaube, mir fielen grüne Ampeln nur weniger auf, weil ich derart negativ fixiert bin.

Seit einigen Wochen haben SIE aber ein neues Folterinstrument entdeckt: Den Parkplatz. Wann immer ich in letzter Zeit auf einem größeren Parkplatz stehe, muss ich feststellen, dass bei meiner Rückkehr bei mindestens einem direkt benachbarten Parkplatz jemand am einpacken ist, und zwar mindestens eine Jahresration Getränkekästen, einen kleinen Pupser mit all der begleitenden Standardausrüstung, wie sie heutzutage wohl für kleine Pupser unerlässlich zu sein scheint oder ein widerspenstiges Bernhardinerpärchen. Begleitend dazu stehen dann Ma.xico.sis, Kästen, Einkaufswagen, Holzpallets oder erworbene Kleinwagen so geschickt drapiert herum, dass es mir als Nachbarparker nicht möglich ist, den Parkplatz zu verlassen. Ein wegfahrbereiter Gesichtsausdruck meinerseits und schon gar eine entsprechende Äußerung ziehen unmittelbar einen verächtlichen Blick nach sich, veranlassen aber im Übrigen keine Aktionsänderungen.

Das absurde dabei ist: Meistens ist ansonsten im weiteren umfeld kein weiterer Einpacker zu beobachten, nur in meiner unmittelbaren Nachbarschaft. Hin und wieder glaube ich zu erkennen, dass jemand in der Ferne an einem Auto herumhantiert, aber womöglich wird da nur versucht, das Autoradio zu klauen.

Damit ihr es also wisst: Es ist mir aufgefallen, ich bin ja nicht blöd. Ihr könnt also jetzt damit aufhören, Drecksbande!