Küstensommer Doublekill

„Melinda arbeitet seit einiger Zeit erfolgreich in Barcelona, kehrt jedoch im Frühsommer auf das Anwesen ihrer Eltern in Cornwall zurück, da ihr Vater nach einem leichten Schlaganfall sich nicht mehr angemessen um seine Rennpferdezucht kümmern kann. Zudem erkranken neuerdings auch immer wieder Tiere an merkwürdigen Bakterien.

Seit ihrer Rückkehr nach mehreren Jahren Abstinenz fühlt sich Melinda ungewohnt fremd an Plätzen, die ihr eigentlich seit frühester Kindheit  vertraut und voller Erinnerungen sind. Ihr Stiefbruder Sinclair scheint über ihre Rückkehr nicht besonders erfreut zu sein. Offensichtlich sah er sich bereits als neuer Herr von Grun’s Stoke und reich dekorierter Rennpferdebesitzer. Die sorgenvolle Miene der Mutter, vor allem jedoch der nach außen zwar zuversichtlich wirkende, jedoch arg abbauende Vater lassen bei Melinda kein heimatliches Wohlgefühl aufkommen.

Wie gut, dass sie zumindest Peter kennengelernt hat. Bereits bei ihrem ersten Erkundungsgang durch heimatliche Gefilde überfuhr er sie beinahe mit seinem Motorrad, kümmerte sich aber gleich sehr aufopferungsvoll und unter dem Einsatz von zwei wunderbaren blauen Augen um ihr Wohl. Als er sie mit seinem starken Armen vom Boden hob, fühlte sie sich erstmals nach langer Zeit wieder gut beschützt; ein Gefühl, dass ihr langjähriger oberflächlicher Freund Jorge ihr niemals vermitteln konnte.

Melinda fühlt, dass Unheil in der Luft lag. Sie beobachtete, wie Sinclair hinter den Ställen ein vertrauliches Gespräch mit dem in der ganzen Gegend als zwielichtige Gestalt verschrieenen Delbert McLurren führte, kann aber keine konkreten Anhaltspunkte finden, was die beiden im Schilde führten. Wenige Tage später kommt sie von einem netten Ausflug mit Peter, der auch zu einem ersten zaghaften Kuss führte, am späten Abend nach Hause und erkennt schon voller Schreck von weitem, was passierte. Die Ställe brannten! Sie rennt so schnell sie kann den restlichen Weg zurück, die Augen bereits tränengefüllt. Als sie ankommt, war das schlimmste bereits passiert. Ihr Vater, der in seinem angeschlagenen Zustand verzweifelt versuchte, die Ställe und Pferde zu retten, wurde von den dichten Rauchschwaden gefällt und erstickte. Ihr bestes Nachwuchsrennpferd Toledo kam ebenfalls in den Flammen um. Die Löschversuche der Feuerwehr konnten nur noch wenig retten.

Melinda und ihre Mutter stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Zwei Nächte vergräbt sie sich weinend im Bett. Dann jedoch geschieht etwas mit ihr. Sie weiß, dass Sinclair und dieser Delbert dahinter stecken und sie würde, nein sie musste furchtbare Rache an ihnen nehmen. das war sie ihrem Vater und Toledo schuldig. Im Schrank findet sie den alten Lack-Catsuit, den sie in ihren Jugendtagen für einige sinnliche Experimente nutzte, bastelt sich eine Gesichtsmaske und geht auf die Jagd.

Delbert ist als erster dran. Sie lauert ihm auf, streckt  ihn mit einem Elektroschocker nieder und bindet ihn am Boden eines riesigen Haferbottichs fest. Erst als er wieder zu Bewusstsein kommt, lässt sie langsam den Inhalt des Silos auf ihn niederregnen,  bis auch seine letzte Körperöffnung mit Getreide gefüllt ist und das Leben aus ihm herausgetrieben wird. Leider beachtet Melinda nicht, dass sich Sinclair heimlich in das Gebäude begibt, sich an sie heranschleicht und sie mit einer Schippe bewußtlos schlägt. Als sie nach wenigen Minuten wieder benommen zu sich kommt, bemerkt sie, wie Sinclair versucht, sich an ihr zu vergehen, ein Wunsch, der sich bereits seit Jahren in ihm angestaut hatte. Sie würde diese Situation nicht überleben, dass ist Melinda klar. Aber als sie schon mit dem Leben abgeschlossen hat, taucht Peter auf. Mit ihm kommt eine ganze Horde Rennpferde, die Peter so lange auf Sinclair herumtrampeln lässt, bis nur noch ein matschiger Rest von Körper übrig war. Als Melinda in Peters Augen blickt, weiß sie, das sie beide alles bewältigen, was noch auf sie zukommen könnte. Das große Vermögen von Peters Familie sollte dabei hilfreich sein. Peter hebt sie auf, nimmt sie in seine Arme und tanzt und singt „Say a little Prayer“ mit ihr, während die Pferde im Hintergrund dazu gut gelaunt mit den Hufen schnippen …“

Tja, das kommt davon, wenn mitten in einer Pilscher-Verfilmung der Stammregisseur verstirbt und der eilends verpflichtete Ersatz ein großer Anhänger von Tara.ntino und Konsorten ist. Ich möchte das dennoch gerne mal sehen …

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