Habemus Dingenskirchen

Nö, ich möchte mich hier keineswegs grundsätzlich über den katholischen Glauben und seine ranghohen Vertreter auslassen. Aber ich bin eingeschneit (erwähnte ich bereits, dass ich letzten Mittwoch um diese Zeit noch jackenfrei in der Sonne saß?) und da man zudem nicht weiß, wann weißer Rauch emporsteigt, wollte ich noch schnell die Gelegenheit nutzen und einige Papstnamen vorschlagen, die ich aus diversen Gründen für … sagen wir … erfrischend oder aufmerksamkeitserregend halte (kommt nur nicht wieder mit Pius oder Paul an!):

  • Justin
  • Giesbert
  • Mesut
  • Gollum
  • Jossele
  • Nick-Tschiller
  • Sojalatte
  • Melanie
  • Spongebob
  • Karl-Theodor
  • Wotan
  • Süleyman
  • Aldaaa!
  • Belafarinrod
  • Vader
  • Dingdong
  • Feinstaub

So, dann macht mal!

Update 13.03.:

  • Django
  • Lionel
  • Bumskopp
  • Sheldon
  • Ficus  Lotusblüte

Update 13.03., 20:13 Uhr:

Franziskus? Hmm … eher so mitteloriginell. Belafarinrod wäre immer noch mein Favorit …

moment/aufnahme

16:13 Uhr:

Im Radio labern Joko und Olli darüber, was sie als Moderatoren anders gemacht hätten bei „Wetten dass …“ . Ich bin zurück aus der großen Stadt und habe an drei Stellen erfolglos versucht, die neue INTRO zu bekommen. Mal wieder. Wenn da mal das Sterben einsetzen sollte, bekomme ich es ja nicht einmal mit.

In meinem sonntäglichen Kopf tummeln sich diverse Gedanken. In einigen Tagen möchte ich eigentlich gerne eine Mail versenden, muss aber davon ausgehen, dass sie gar nicht erwünscht ist. Das stimmt sehr traurig. Am Horizont sehe ich eine berufliche Veränderung auf mich zukommen, bin aber gar nicht so erfreut darüber. Vielleicht zerschlägt es sich auch; meine Enttäuschung darüber hielte sich in Grenzen.

Irgendwo las ich heute, dass in einem indischen Bundesstaat angedacht ist, Männern, die Frauen sexuell belästigt haben, zur Strafe den Führerschein wegzunehmen. Hat bestimmt eine abschreckendere Wirkung als vieles andere, auch hier. Andererseits wären dann noch mehr Grabscher in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

In diesem Winter habe ich immer noch keine wirklich leckeren Vanillekipferl gegessen. Muss ich sie mir wirklich selber … äääh … kaufen?

Heute morgen nach längerer Zeit mal wieder das aktuelle Album von Bon Iver angehört. Das näherkommende Welten Jahresende mit wenig Neuveröffentlichungen gibt Zeit, ein wenig nachzuschauen, was einem dieses Jahr besonders gut gefallen hat. Dieses mit Sicherheit. Aber auch Platten von weniger bekannten Leuten wie „The Daredevil Christopher Wright“.

Der morgentliche leichte Zuckerguss auf der Umgebung ist schon lange wieder verschwunden. Gilt es eigentlich immer noch als Affekthandlung, wenn man dem Nachbarn abends dafür seine Schippe über den Kopf zieht, dass er Sonntag morgens vor 8 Uhr meinte, seiner Räumpflicht nachkommen zu müssen?

Im Radio erzählt man mir, welche Staus auf Berliner Schnellstraßen existieren und welche S-Bahnen nicht fahren. Höre angemessen gespannt zu.  Im letzten „Rolling Stone“ gibt es als Beigabe eine CD mit diversen Coverversionen von Michael Jacksons Album „Thriller“. Wenn man das Original nicht zu sehr liebt oder grundsätzlich eher ein humorvoller Mensch ist, empfehle ich die Erobique-Version des Titelstücks zum akustischen Verzehr.

Es dunkelt bereits wieder. Draußen und auch ein wenig drinnen in mir. 16:39 Uhr.

Schneefuckchen

lalala … walking in a Winter Wonderland … von wegen, hat sich was mit Wonderland, mittlerweile kann ich mich nicht mehr so wirklich für die immer wieder auftauchende weiße Pracht begeistern und bin – man wird es sicher kaum bemerken, deshalb erwähne ich es – leicht bis mittelschwer genervt von den damit verbundenen Begleitumständen. Gut, es ist Winter und wir waren einfach entwöhnt und man sollte das Ganze mit der notwendigen Gelassenheit hinnehmen, die man Dingen, welche man nicht ändern kann, grundsätzlich entgegenbringen sollte.

Soweit die Theorie!

Ich wäre ja fast für einen faustischen Pakt mit dem Wettergott zu haben … nee, nee, meine Seele bleibt hier aber ich wäre ja noch bereit, diese regelmäßigen Niederschläge bis sagen wir Mitte Februar hinzunehmen, wenn sich nach mittlerweile gut dreiwöchiger Abwesenheit mal wieder die Sonne zeigen könnte … und zwar nicht nur minutenweise. Deren Absenz schlägt mir mittlerweile richtig aufs Gemüt.

Also, Petrus, Du alte Sackpfeife, wie wäre es mal mit ein wenig gutem Willen? Oder muss ich erst ein Volksbegehren anstacheln?   

Die Welt ist schlecht?

Könnte man glauben, nicht wahr? Selbst Gutes tun wird selten honoriert. Da hat doch „Dasistmeinladen“ tatsächlich eine Art „Lotterie“ laufen, bei der jeder zehnte Einkauf gewinnt, was mit einer Ziffer auf dem Einkaufsbon zu tun hat und was tun die Menschen? Anstatt dort in der Hoffnung auf die Glückszahl massiv zur Umsatzsteigerung beitzutragen und es ehrenhaft hinzunehmen, wenn das Glück Andere trifft, kaufen sie beispielsweise 10 Videokameras hintereinander, getrennt durch das Warentrennstäbchen, können somit damit rechnen, dass eine davon vom Glück erwischt wird und geben die neun Anderen am nächsten Tag zurück, weil Dasistmeinladen dieses Rückgaberecht ja grundsätzlich einräumt. Einige Filialen, in deren Umgebung besonders viele Spitzklicker beheimatet sind, sind bereits dazu übergegangen, statt Bargeld Warengutscheine auszugeben.

Leute, Leute, so war das aber nicht gedacht. Ihr solltet das mit der freien Marktwirtschaft jetzt aber auch nicht dermaßen wörtlich nehmen. Wie sollen die denn so noch den Mario bezahlen können?

Noch mehr Schlechtigkeit? Gerne! In Frankfurt steht jetzt ein Mann vor Gericht, der einen anderen Mann aus zwischenmenschlichen und alkoholischen Gründen abgem … also, in das Afterlife beförderte. Die Leiche hatte er in einen Teppich gerollt und anschließend in eine Biotonne gesteckt, die dann einige Tage unentdeckt auf dem Balkon stand.

TSSSTSSSTSSSS!!!!!

Der ökologische Ansatz mag ja lobenswert sein, aber ein Teppich gehört doch nicht in die Biotonne! Der wird entweder karitativen Zwecken zur Verfügung gestellt (ist ja bestimmt nix weiter dran) oder zumindest auf den Wertstoffhof gebracht. Beides natürlich ohne Leiche, die ist in der Biotonne gut aufgehoben, SOFERN keine Klamotten mehr dran sind. Angeklagt ist er aber wohl dennoch eher wegen Mordes oder Totschlags als wegen Umweltvergehen. Typisch, aber dann über den Klimawandel jammern …

So, damit der Blogeintrag jetzt aber nicht zu Massendepressionen führt und ihr es wegen Daisy nicht mal zum nächsten Bahngleis schafft (und selbst wenn, käme der Zug aus Wettergründen wohl nicht und ihr müsstet stundenlang warten, bis ihr erfroren wärt), hier noch einiges Aufmunterndes über das Gute in der Welt:

Ich war gestern selbst bei Dasistmeinladen und habe mir für einen Hunni ein (nicht 10!)  Internetradio gekauft, damit ich endlich mal von coolen Radiosendern und nicht immer von Nik K.ershaw oder Tina T.urner geweckt werde. Eigentlich kostet er mich aber 0,00 Euro, denn ich habe tatsächlich die gestrige GLÜCKSZIFFER auf meinem Kassenbon, yesssss!

Mittels dieses Radios habe ich heute morgen dann einen wohl schon recht betagten Song von der mittlerweile leider auch ziemlich in Vergessenheit geratenen Ulla Meinecke gehört, den ich wegen seiner Auslassungen über die Folgen jugendlicher Verliebtheit gerne an euch weiterreiche:

Für dich tu ich fast alles

Zum guten Schluss dann noch aus aktuellem Anlass der Tipp des Tages, in Reminiszenz an Herrn Z.appa:

Don’t eat the yellow Snow!

Gegen die Weissheit

Nach eigenen Beobachtungen (und die sind mindestens so relevant wie irgendwelche Schnöselpösel-Statistiken) scheint es das deutsche Wesen in den letzten Jahrzehnten immer weniger genau mit der Gesetzestreue zu nehmen. Die Steuererklärung ist mitunter eine Ansammlung von Absurditäten, der Nachbar des Schwagers hilft natürlich ohne Rechnung und nur gegen eine kleine Aufwandsentschädigung beim Hausbau mit, die neue Couchgarnitur wird von der Hausratversicherung bezahlt und die Regelungen, Schilder und Lichtzeichen im Straßenverkehr werden zunehmend bestenfalls als unverbindliche Empfehlungen angesehen, frei nach dem Motto „ICH entscheide, wann rot ist!“

An einem allerdings scheint der Homo Germanicus fast sklavisch festzuhalten: Die Einhaltung der Schneeräumpflicht. Als hätte Moses dereinst die Einhaltung dieser Verpflichtung auf eine Steintafel geritzt vom Berg Sinai mitgebracht, wird sich schon bereit gehalten, sobald sich die ersten Flöckchen der Schwerkraft hingeben, und möge dies auch mitten in der Nacht sein. Mit Besen, Schippe und Streusalz wird dem weißen Elend der Garaus gemacht, kaum dass es deutschen Grund und Boden berührt hat. Du sollst Vater und Mutter ehren, nicht begehren deines Nächsten Weib und zwischen 7 und 22 Uhr die Bürgersteige vor Deinem Grundstück für zwei Personen begehbar halten, so muss es wohl bereits damals am roten Meer verkündet worden sein. Ein ungeräumter Bürgersteig kommt Vielen dem Untergang des Abendlandes gleich.

Nichts wäre dem Deutschen unangenehmer, als wenn sich ein Herr in schicken italienischen Halbschuhen oder eine Dame in ihren hohen Manolo-Louboutin-Hacken der Länge nach hinlegte und den Grundstückseigentumer daraufhin auf eine Fantastilliarde Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagen könnte, woran noch die Kindeskinder zu knabbern hätten.

Nun könnte man zweierlei Dinge einwenden: Zum einen gibt es vielleicht noch so etwas wie einen Restbestand menschlicher Vernunft gepaart mit einem Hauch von Realitätssinn, der Menschen veranlassen könnte, sich in Verhaltem und Schuhwerk womöglich den Wetterbedingungen anzupassen und dann ausnahmsweise mal die allerglattesten Ledersohlen zuhause zu lassen. Der Schnee tut solchem Schuhwerk meist eh nicht gut. Zweitens habe ich schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass ich mich weitaus eher auf recht ordentlich geräumten Wegen langlege, auf denen aber meist kleine Schneeinselchen entstehen die dann festgetreten werden und anfrieren und somit nette kleine Rutschflecken ergeben als auf einer mehreren Zentimetern dicken recht gut begehbaren Schneeschicht. Aber das alles ist ja nicht gesetzesrelevant.

Merkwürdigerweise scheint mir ein Großteil der im Schnee gestrauchelten und klagefreudigen Männlein und Weiblein identisch zu sein mit denjenigen, die auf der anderen Seite Adventuretouren in den Alpen unternehmen, mit abgefrorenen Zehen wieder nach Hause kommen aber dann  geradezu enthusiastisch und mit großer Ehrfurcht etwas davon erzählen können, wie allmächtig doch die große Natur sein kann und dass einem als Büromensch dies im Alltag so wenig klar wäre und man sich deshalb hin und wieder ganz bewusst dieser Natur aussetzen müsse.

Schon rätselhaft mitunter, dieser Volksstamm …

Na denn Prost!

bild031web

so, ein paar tage frei und prompt stellen meine etwas ausgeschlafeneren augen beim morgendlichen blick aus dem fenster fest, dass der heurige winter doch arge loslassprobleme hat. also nutze ich die gelegenheit und mache mich gut verpackt zu einem schneespaziergang auf (beweisfoto siehe oben), lasse mir frzzzlnde pünktchen ins gesicht wehen, mache anschließend einen kurzen abstecher in einen zeitschriftenladen und lasse mich schließlich in einem cafe nieder, um hände, magen und seele zu wärmen und meine neuerwerbung ein wenig zu inspizieren.

alle paar jahre ändert der musi.kex.press sein layout, so auch dieses jahr; jetzt sieht er aus wie eine mischung aus s.pex, vi.sions und sonstwas. ichweiß noch nicht ob ich das gut finde, bin erstmal verwirrt und muss mich zurechtfinden. das ähnelt doch sehr der situation, wenn die lebensgefährtin einen mit einer komplett neuen frisur und/oder gefärbten haaren überrascht und eine sofortbewertung haben möchte (welche natürlich begeistert ausfallen soll UND zusätzlich noch ehrlich).  ich muss mich doch erst einmal daran gewöhnen, herrje, es ist halt … uff … ungewohnt.

aber ich schweife ab … während ich also schon genug damit zu tun habe, mich im blätterwald zu orientieren, dringt gut wahrnehmbare konversation vom nebentisch an meine ohren. zum ignorieren zu laut, aber wie ich bald feststellen sollte, auch nicht uninteressant. fortan bleiben meine augen auf dem heft, meine ohren und meine aufmerksamkeit wandern allerdings einen tisch weiter.

zwei damen haben sich offensichtlich mit einem finanzberater zusammengesetzt, weil sie gemeinsam (also ohne den berater natürlich)  ein lokal eröffnen möchten und nun versuchen, das ganze mal mit realismus zu füttern. der hintergrund der beiden damen – so erfahre ich – scheint solide zu sein. eine gelernte kosmetikerin und eine derzeit auf lehramt, ist doch prima! immerhin haben die eltern der einen schon mal ein restaurant im westfälischen betrieben. nein, erfahrungen mit brauereiverträgen haben sie noch keine und die finanzierung scheint auch ein wenig auf goodwill ausgerichtet zu sein. des weiteren können sich die beiden ladies nicht einmal einig sein, wie denn das interieur aussehen soll bzw. wie es derzeit aussieht. gute gesprächsvorbereitung scheint anders zu sein.

ich meine auch, hören zu können, wie die stimme ihres beraters im laufe des gesprächs ein wenig an sonnigkeit verliert. dabei habe ich den eindruck, dass die zwei noch glück hatten und ein seriöseres exemplar seiner gattung erwischt haben und keinen windhund. eventuell bin ich aber auch ein wenig durch seinen hellrosa pulli mit v-ausschnit und einer über der stuhllehne lümmelnden, dazu absolut nicht passenden winterjacke in zwei verschiedenen tönen von kackgrün beeindruckt. windhunde achten viel mehr auf ihr äußeres.

ich konnte leider den ausgang des gesprächs nicht mehr mitverfolgen, aber ich vermute, sie ziehen das irgendwie durch. so langsam verstehe ich, warum in den letzten jahren die fluktuation im gaststättenbereich spürbar heftiger geworden ist. es ist wohl nicht nur die zurückgehende konsumneigung der kundschaft.

„wer nix wird wird wirt“ heißt es so schön wie unpassend. nein, es scheint eben nicht zu genügen, guten willen und ein paar tausend euro mitzubringen. es geht weit mehr dazu, ich habe wie viele, die im büroalltagstrott hängen zu glauben, schon mal tagträume vom betreiben eines netten bistros oder cafes in der großstadt gepflegt, aber ich weiß, dass so etwas nicht wirklich mein ding sein wird. überdies haben wirte ja angeblich die kürzeste lebenserwartung aller berufsgrupppen, sogar schlimmer als reinigungskräfte im akw, das alleine schreckt schon ab.

nun ja, ich wünsche den beiden alles gute, aber das leichte magendrücken scheint nicht vom cappu zu kommen …