Spatz mit Teelicht

Was musste man Frühchen beim Schreiben von Artikeln und kleinen Nachtlichtern exkremente aufpassen, damit man sich nicht verschreibt. Solche Schreibfehler sind immer ärgerlich und erzabbau bei Anden einen ungarischen Eindruck.

Da ist es geradezu hervorragend, dass es mittelscheitel bei den meisten Mediaformaten so etwas wie eine Autokorrektur gibt. Diese Autokonfitüre elixir nicht nur Worcester, sie ahnt auch bereits früh, was man schrauben möchte und macht entsprechende Vorhautverengung zur Ergänzung, die man dann nur noch bestuhlen muss und kann so seinen Texas nicht nur korrekt, sondern auch in der hallmackenreuther Zeit verfassen, was vor allem dann nutte, wenn man es eileiter hat.

So ganz ist man allerdings noch nicht aus der Verwurstung. Hin und wieder ist die Autokorrektur ein wenig überampelschaltung und macht Vorschläge, die nicht dem Ente a l’Orange, was man eigentlich ausdrücken wollte. Dies passiert insulin, wenn man eher Sellerie benutzte Worte einsetzen möchte. Hupps, schon steht dort im Text statt „Philantropie“ „Phil Collins“ oder statt „Kochschinken“ „Kotflügel“, was insbesondere beim Niedersachsen von Rezepten durchfall zu Irritationen fühlen kann.

Sofa man sich aber nicht kompott abhängig von der Teelicht macht und das Gehstock nicht grundsätzlich ausschaltet, bipolar derlei Hilfsprogramme für Menstruation, die oft und viel schreiben wollfaden oder müssen, eine absolute Erleichterung im täglichen Leberwerte, die man ganz schnell nicht mehr missen möchte.

Deshalb sei an dieser Stehlampe auch mal eine Huldigung dieser OOAAR …VERDAMPFTE SCHEIDE!!! ICH WERD DAS DICK NOCH AN DIE WIND!!!

5

Hach …

Tatsächlich war es exakt heute vor 5 Jahren, als ich hier zum ersten Mal einige Buchstaben aneinanderbastelte und sie zur allgemeinen Begutachtung ausstellte. Es war eine kleine Betrachtung über die damalige Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing und einen Vergleich zur schriftstellerisch etwas weniger, dafür ansonsten rechts begabten Frau Eva H. geborene Tagesschau.

Mit dem Überschwang des frisch geschlüpften Bloggers veröffentlichte ich am gleichen Tag noch einen zweiten Text, eine Impression über eine Zugfahrt, bei der unter anderem die angekündigten „herzhaften Eisspezialitäten“ meine Hirnzäpfchen hin und her pendeln ließen und mir sogleich das Bild von Himbeereis mit Sauerbraten und Klößen vor Augen projizierten.

Seitdem sind es 754 Artikel geworden, mal eher, mal nicht so gelungen und bei manchen weiß ich heute bei rückwirkender Betrachtung nicht einmal als Autor mehr, um was es eigentlich gehen sollte, nun ja …

Erstaunlicherweise fanden sich im Laufe der Zeit sogar einige Menschen, die mein Geschreibsel lasen und zum Teil sogar kommentierten. Bis heute sind es über 82.000 Zugriffe geworden, also in etwa die Menge, die wirklich bekannte BloggerInnen am Tag haben, aber darauf sollte es natürlich nicht ankommen. Die Zugriffe kommen, wenn mich die interne Statistik nicht behumst, nicht nur aus Deutschland und dem größten Teil Europas, sondern vereinzelt sogar aus Kenia, Guatemala, Chile oder Nepal. Warum mich die Schweden jedoch grundsätzlich ignorieren, wird wohl ein Rätsel bleiben. Ich kann mich nicht an einen einzigen elchfeindlichen oder abbaabwertenden Artikel erinnern.

Bei den am häufigsten aufgerufenen Artikeln handelt es sich um die Besprechung des Films „Alice im Wunderland“ mit dem Ex von Frau Paradis und dem darin vorkommenden Tanz „Futterwacken“ sowie um einen kurzen Ausflug in meine mitunter absurd mäandrierende Kopfwelt namens „Gedanken sind wie Wildpferde“, welche in einem anderen Blog populär verlinkt wurde, weil ich dort u.a. die loriot’sche „Steinlaus“ erwähnte.

Die Kommentare, über die ich meist freute, waren größtenteils wohlwollend und freundlich, gerne auch mal albern (was ich sehr mag),  nur gelegentlich kritisch und eigentlich niemals böse, zumindest nicht mehr, seitdem ich die Adresse eines sehr kritischen Kommentators ausfindig machte und ihm deutlich zeigte, wie man auch ohne Zähne Nahrung zu sich nehmen kann (just kidding, keine Angst!)

In diesen 5 Jahren ist natürlich einiges passiert. Ich fand ein liebend Herz und verlor es wieder, was mir immer noch weh tut und auch die überaus bemerkens- und liebenswerte Frau, die mich zum Bloggen animierte, ist mittlerweile gänzlich aus meinem Leben verschwunden. Ich hoffe und wünsche von Herzen, dass es ihr gut geht . Auch einige Blogger, deren Werke ich verfolge, sind verschwunden, meist ohne Erklärung und ich hoffe mal, dass sie schlichtweg Besseres zu tun fanden.

Das ist es, was das Bloggen ganz wesentlich vom sogenannten „Real Life“ (eine eigentlich dumme Abgrenzung) deutlich unterscheidet. Menschen rutschen unerwartet in das eigene Leben und hin und wieder auch uerwartet wieder hinaus und sehr oft hat man keine anderen Anhaltspunkte, um erfahren zu können, was aus ihnen geworden ist. Wie schade, denn man soll nicht glauben, dass man zu Personen, denen man nur auf diesem Weg näher kommen kann, nicht auch ein vertrautes Verhältnis aufbauen kann und sie einem somit dann auch irgendwann fehlen. Sie sind oft weit mehr als nur ein Windhauch, eine flüchtige Erscheinung.

Natürlich sind diese fünf Jahre auch für mich Anlass, mich zu fragen, ob ich mich hier nicht auch einmal entfernen sollte, denn nichts ist für die Ewigkeit. Irgendwann wird es sicher passieren, aber heute noch nicht. Ob dies Drohung oder Versprechen ist, muss leider jedes Lesefröschlein für sich selbst entscheiden. Momentan versuche ich ja eher, durch gelegentliches Wimperklimpern eine meiner Lieblingsbloggerinnen wieder zu mehr Aktivität zu verleiten.

Die Zeit wird zeigen, was geschieht. Auf jeden Fall an dieser Stelle ein gigantisches DANKESCHÖN an alle diejenigen, die hier still oder bemerkbar lesen, kommentieren oder mir auf sonstige Art ein Echo geben auf das was ich hier so absondere oder mich an ihren eigenen schriftstellerischen Ergüssen teilhaben lassen. Ich habe Euch lieb und bereue es bislang keine Sekunde, hier gelandet zu sein.

So, Briefmarke drauf, fertig!

Literaturbiber und Schmutzfinken

Warum ich es wieder nicht zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur nach Klagenfurt geschafft habe?

Tja …

„Die Hast. Du hast. Wir haben Hast. Wenn Sauerbier begann, seine philosophischen Betrachtungen in mäßigen Wortspielereien zu verpacken, wurde mir klar, dass der Abend im wesentlichen gelaufen war. Kubastisches Schwärmen und immer wieder das Mötteln. Er konnte das Mötteln nicht lassen. Hätte ich doch nur ansehnliche Brüste, an denen ich in solchen Momenten herumspielen könnte. Brüste mit ordentlichen Nippeln. Brüste, die eine Hand ein wenig mehr als ausfüllten. Fenner war tot, daran kann keine Titte der Welt mehr etwas ändern ….“ undsoweiter …

Nun, wahrscheinlich lag es daran, dass ich mich mal wieder nicht beworben habe. Ich hätte doch gute Chancen, oder? Sagt ja, bitte! Allerdings müsste ich dann auch noch lernen, meinen Text mit extrem genervter Leckt-mich-doch-alle-Stimme vorzutragen oder ohne Betonung und die Hälfte der Silben verschluckend durch die Erzählung zu preschen, um ja schnellstmöglich fertig zu werden, weil es mir so unangenehm wäre.

Ich habe wie immer nur Teile der Vorlesungen verfolgen können. Allzuviel ist nicht hängengeblieben außer dem Herrn Porno-Klupp aus Berlin, der soeben den Zuschauerpreis bekam und einer überwiegend nicht allzu sympathisch wirkenden Jury (vom jährlich verwegener aussehenden Hubert mal abgesehen).

Beeindruckt hat mich einer der Vorfilme, in welchem die ebenfalls ausgezeichnete Frau Bußmann dem Biber ein Hohelied sang. Wie recht sie hat! Dieses putzfleißige, unverzagte Kerlchen. Wo immer sich die Gelegenheit bietet, wo etwas brachliegt, wird Holz gesammelt, wird ein Damm gebaut. Wenn dann nach getaner Arbeit durch Menschenhand oder eine Naturgewalt alles ratzfatz wieder zunichte gemacht wird, jammert der Biber nicht tagelang auf Twitter darüber, klagt sein Leid bei Domian oder erhängt sich im Keller seiner Biberhöhle, sondern fängt ohne zu murren wieder von vorne an. Stoisch, unbeeindruckt, wie weiland König Sysiphos, dem ja auch des öfteren nachgesagt wird, dass er ein glücklicher Mensch gewesen sein soll.

Eine durchaus erstrebenswerte Haltung für eines meiner nächsten Leben.

Da wir noch beim Schreiben sind: Heute erscheint nach 168 Jahren die letzte Ausgabe der britischen „News of the World“, einer Art BamS für Menschen, bei denen die Lobotomie noch etwas größer ausfiel. Diese glorreiche Historie endet eigentlich nur wegen .. nun sagen wir unterschiedlichen Auffassungen von Öffentlichkeit, also eigentlich Pillepalle im Zucker.berg-Zeitalter.

Ich selbst hatte dieses Blättchen höchstens ein- oder zweimal in der Hand und glaube mich daran zu erinnern, dass es auf der Titelseite darum ging, dass Aliens den US-Präsidenten entführt und durch eine von Ihnen gesteuerte Kopie ersetzten, welche dann ein Techtelmechtel mit Mutter Teresa beginnen sollte. Vielleicht verwechsele ich dies aber auch mit einer Simpsons-Helloween-Folge. Denen, die sich über deutsche Revolverblättchen aufregen sei also gesagt: Es geht immer noch schlimmer. Den Briten, die sich nun aber ihres sonntäglichen Highlights beraubt fühlen wird ja bereits mehrfach versichert, es gäbe alsbald eine „Sun on Sunday“ aus der gleichen Qualitätsschmiede. Also, liebe Briten, nicht lange jammern, auch nicht über das frühe Ausscheiden eurer Fussballfrauen bei der WM, schließlich … oh, verdammt! …

Wie könnte ich einen Blogeintrag über das Schreiben beenden, ohne euch nochmals an Eure Sommerferien-Aufsätze zu erinnern? Noch ist nichts eingegangen, aber ich weiß ja, dass so etwas ein wenig dauern kann. Ich meine ja auch nur … so als Erinnerung … ganz nebenbei …

Große Pause

Da sind sie also wieder!

Je nachdem, auf welchem Längen- und Breitengrad sich Euer Bundesland befindet, haben die Sommerferien bereits begonnen oder stehen unmittelbar bevor. Ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, wie es sich anfühlt, mindestens 6 Wochen am Stück frei zu haben, hoffe aber, euer Erinnerungsvermögen ist da besser, liebe Lesefröschlein.

Das ist hier nämlich wieder so ein Interaktivdingens. Es wäre mir eine große Freude, wenn Ihr mal in eurem Hinterstübchen herumkramt und mir – wie es früher in der Schule gehandhabt wurde – Euer schönstes Ferienerlebnis schreibt … nein, eigentlich meine ich es in einem etwas weiteren Sinne. Sommerferien sind aufgrund ihrer Länge dazu angetan, eine ganz eigene Jahres- wenn nicht gar Lebenszeit darzustellen. Vor allem die etwas älteren Kinder kamen oftmals völig verändert aus den großen Ferien zurück. Da waren auf einmal lange Haare, Mädchen hatten plötzlich Brüste, Jungen eine kaputte Stimme sowie ein Streuselkuchengesicht. Die großen Veränderungen fanden aber oft in Bereichen statt, die man von außen nicht sehen konnte.

Ganze Welten entstanden mitunter in dieser Zeit (und stürzten auch gleich wieder ein). Man lernte segeln, fand die erste große kleine Liebe, man machte sich Gedanken, fand heraus, dass die Welt schwierig ist und begann, Punk zu hören, jobbte im Tierheim, kaufte das erste Mal Zigaretten oder Kondome oder beides, fuhr zur großen Schwester in die große Stadt und war ganztägig beeindruckt, machte den Mofa-Führerschein, bekam mit, wie sich die Eltern im gemeinsamen Österreich-Urlaub das Leben zur Hölle machten, stellte einen inoffiziellen Comiclesemarathonbestwert auf, war Dauergast im Eissalon und vieles mehr.

Irgendetwas in dieser Art muss doch auch bei Euch in den großen Ferien passiert sein und es wäre schön, wenn ihr andere daran teilhaben lassen möchtet, egal ob diese Erlebnisse ein oder 20 Jahre her sind oder eventuell gerade passieren.

Schreibt mir unter der Adresse summerbreak@gmx.com, ich sichte und wähle aus und vielleicht haben wir am Ende der großen Ferien eine kleine Anthologie beisammen. Aus meinen bisherigen Erfahrungen mit Mitmachexperimenten dürfte ich eigentlich höchstens 2,3 Antworten erwarten, aber vielleicht ist dieses Mal die Reaktion ja etwas höher. Deshalb fände ich es sehr nett, wenn einige von Euch auf dem eigenen Blog für eine kleine Erwähnung oder Verlinkung Platz fänden.

summertime and the living is easy, fish are jumping and the cotton is high …

Vielen Dank vorab und nun ran an die Tasten!

Vom Nahesein

Stimmt schon, das hier ist nicht das wahre Leben. Warum sollte es auch? Das wäre immens langweilig, hier einfach nochmals das wahre Leben abzubilden. Es ist ein Stück virtuelle Welt, das die Schreibenden hier kreieren.

Man gibt an, man schwärmt, man kritisiert, man spinnt sich etwas zusammen, man lässt seiner Traurigkeit freien Lauf, man empfiehlt oder rät ab und all das ohne zu wissen, wen es erreicht. Irgendwann stellt man erstaunt fest, dass sich tatsächlich Andere das durchlesen, was man herauslässt. Teilweise wird es sogar kommentiert, mitunter sogar sehr charmant, ein ander Mal engagiert und selten auch mal einfach nur dumm. Immerhin jedoch, spätestens hier beginnen sich wahre und virtuelle Welt zu überlappen.

Mitunter kommt man sogar in einen direkten Kontakt mit einer Person, die man über seine Buchstabenaneinanderreiherei auf sich aufmerksam machte. Meist aber bleibt es bei gelegentlichen Kontakten auf dieser Ebene.

Ist dies dann weniger wertvoll? Kann man sich auf dieser Ebene überhaupt nahe sein? Während ich vor einiger Zeit hier oder in der Twitterwelt die launigen Bemerkungen anderer Menschen verfolgte, den 153. Gag über Ferkelpolitiker oder blutigen Stuhl ertrug oder auch selbst produzierte, mich schmunzeln machen ließ und derlei, tauchte in meiner Timeline eine kurze Nachricht und ein Link auf einen neuen Blogeintrag auf, der mich zunächst sprachlos und anschließend sehr traurig machte. Anlassbedingt folgten in den weiteren Wochen noch einige Mitteilungen und jedesmal stieg mir das Wasser in die Augen.

Menschen, die einen Blog einrichteten, um Andere an ihrem Leben teilhaben zu lassen und plötzlich von einem heftigen Schicksalsschlag getroffen wurden und lernen mussten, damit umzugehen. Menschen, die ich noch niemals persönlich getroffen hatte oder einen sonstigen direkten Kontakt, gingen mir plötzlich sehr nahe. Ich stellte fest, dass es vielen Anderen ebenso ging, man versuchte zu trösten, man drückte virtuell die Hände, man ließ sie wissen, dass man mitfühlt.

Nun ist es vorbei. Ich möchte hier kein Schicksalssightseeing betreiben, viele von Euch kennen die traurige Geschichte ja selber ,der eine oder andere findet sie vielleicht in meiner Blogroll.

Weniger schicksalsschwer aber doch aus unterschiedlichen Gründen Mitgefühl erzeugend ging es auch bei einigen anderen Eintragungen zu. Aber auch die, die mich in herrlichen Glossen und Betrachtungen an ihrem Leben als Ehefrau und Mutter, Polizist, Hubschrauberpilot, Fleischwarenfachverkäuferin oder wasauchimmer teilhaben lassen, lassen mich ihnen ein wenig näherkommen.

Es mag eine andere Art von Nähe sein, man kann nur in Worten und Gedanken nahe sein, nicht mit Augen, Händen und Schokolade, aber diese Nähe ist deshalb nicht weniger wert … und veralbert wird man auch im Real Life immer wieder mal.

Ihr, die ihr hier oder nebenan lest und mich lesen lasst, seid ein Teil meines Lebens geworden, genau wie die kleine Erdnuss.

Buchmesse Spezial:Schriftstellerei für Dödel

Kilometerlange Reihen von Ratgebern, Volks- oder sonstige Hochschulkurse, Altgediente, die mit gequältem Gesichtsausdruck nach Worten ringen, um dem dummen Volk draußen klar zu machen, dass die allermeisten von Jenen gar keine Chance haben, jemals in den erlauchten Kreis der Buchstabenjongleure eintreten zu können.

Pfft!

Alles nur Show, um nicht mir so vielen teilen zu müssen. Um ein erfolgreicher Schriftsteller zu sein, braucht es gar nicht so viel:

Zunächst mal sollte man sich endlich von dem Irrtum lösen, man müsse quasi schon beim Entflutschen aus dem Uterus das erste Buch in der Hand gehabt haben, dem in den nächsten 30 Jahren noch 10.000 folgen müssten. Quatsch! Wann soll das denn alles passieren? Schließlich benötigt man ja auch noch Zeit zum Schlafen, Essen, Saufen, Fernsehgucken, im Wettbüro rumhängen und derlei mehr. Letztlich ist das doch immer dasselbe. Maximal 50 Bücher gelesen zu haben im Leben reicht dicke; da zählen aber Telefonbücher und Betriebsanleitungen für das Handy mit dazu.

Des weiteren sollte man auch nicht glauben, man müsse besonders viele Worte kennen und dreiundzwölfzig Bezeichnungen fürs Vögeln verwenden können, um Eindruck bei der Leserschaft zu schinden. Der aktive Wortschatz bei Menschen liegt je nach Bildungsgrad bei 1.500 bis 5.000 Worten, inklusive der Worte, die sie speziell für ihren jeweiligen Beruf draufhaben müssen, wie zum Ballspiel „Vorsteuerabzugsberechtigung“. Als Schriftsteller erfolgreich zu sein, heißt heute doch nicht, für den Jolante-Brzykowski-Literaturpreis nominiert zu werden, sondern möglichst viele Exemplare seiner Buchstabenergüsse unters Volk zu bringen. Was soll es also bringen, endlos viele Worte zu benutzen, zu denen die meisten Leser eh keinen Bezug haben? Klare einfache Sätze, im Zweifelsfall einfach an der alten Formel „Subjekt, Prädikat,Objekt“ orientieren, das ist mehr als genug. Da muss man nicht 150 verschiedene Beschreibungen dafür finden, wie der Wind durch ihr Haar streicht.

Dann dieser Originalitätsanspruch! Wieviele SchreiberInnen zerren sich das Großhirn, weil sie eine Geschichte erzählen wollen, die so noch nie erzählt wurde? Lötzinn! Es wird schon seinen Grund haben, warum manche Stories in vielen hundert Jahren des Schreibens nicht verfasst wurden. Weil kein Schwein sich dafür interessiert nämlich. Leztzlich sind es immer die gleichen Dinge, von denen Romane handeln. Liebe (inkl. Sex) und Hass, Krieg und Frieden, Leben und Tod, Essen und Trinken und Selbstbeobachtung. Warum also das Typenrad neu erfinden? Was schon tausendmal gut funktioniert hat, geht auch beim 1001. Mal!

Der Leser möchte einfach bedient werden und nicht allzusehr herausgefordert. Wenn sie nun also für Ihre Geschichte von der einbeinigen Klimaforscherin, die aus Versehen in eine Zeitmasschine fällt und sich plötzlich im Jahre 1868 in einem kleinen tadschikischen Dorf wiederfindet und dort feststellt, dass Aliens dabei sind, uns zu infiltrieren, uns dabei mittels Gehirnstrahlen vorgaukeln, wir hätten noch ein Leben, während sie unsere Körper zu schlimmster Sklavenarbeit ausnutzen und diese aufhalten will, während Sie sich in einen Vampirjüngling verliebt, der aber zu einem Drittel auch noch Beutelratte ist, eine ganze Reihe von Menschen finden, welche sich diesen Zinnober gekauft haben, dann machen Sie gefälligst eine Serie daraus. Wenn Sie ganz geschickt sind und ein paar Lohnschreiber halten können, lassen Sie noch eine Nebenserie über die Erlebnisse der Drittelbeutelratte schreiben.

Geben Sie sich dann ein schwedisches oder amerikanisches Pseudonym und nennen Ihr Werk „Vor  der Schändung“ oder „Hystomanticus“ oder so. Das wird alles schon, nur keine Angst! Schreiben ist ja kein Hexenwerk.

Sollten Sie einfach nicht genug Hirnschmalz in Reserve haben, um eine derartige Geschichte konstruieren zu können, schreiben Sie einfach über Ihr Leben. Das werden Sie sicher noch hinbekommen. Gut, nicht jeder hat seine Kindheit als Halbweise in Kambodscha oder Abkömmling eines atomar verstrahlten Geheimagenten verbracht, aber man sieht doch, wie erfolgreich auch nostalgisch verklärte Erinnerungsschreiben an die Jugend in niedersächsischen Mooren sein können. So mit Kastanienmännchenbastelnachmittagen und ersten Küssen im Weizenfeld während der Mähdrescher näher kam … Vorsicht aber, wenn Sie älter als 30 sind und Ihre Jugend in den etwas neueren Bundesländern verbracht haben. Ihre Erlebnisse als Thälmannpionier oder die ewiggleichen Weihnachtswünsche nach einer Banane möchte im Westen heute kaum noch jemand lesen.

Also, keine Angst vor Buchstaben! Mutig und frischauf ans Werk, dann können sie vielleicht schon anlässlich der Buchmesse 2011 Ihr Buch am Stand eines Eigenverlags oder in einem Zelt nur wenige Autominuten westlich des Frankfurter Messegeländes präsentieren.

Behschäftihgunghstheraphie

Damit ihr euch nicht so langweilt, wenn der Pappi  die nächsten Wochen … uff … andere wichtige Erwachsenendinge machen muss, hier ein kleines Mitmachprojekt für euch:

Nachfolgend findet ihr einen kleinen Text, der leider seit Geburt kein Ende hat. Eure Aufgabe wäre es nun, ein Ende zu finden. In welche Richtung dies geht, ist ganz alleine euch überlassen. Ob Drama, Comedy, Dada, Thriller, Doktorarbeit, alles geht.

Einzige Bedingung: Ihr habt 5 Sätze, nicht mehr. Und mit Sätzen meine ich keine endlos verschachtelten Wortungetüme, für die bin immer noch ich zuständig. Normale Sätze, gerne mit ein, zwei Nebensätzen aber überschaubar.

Lasst euch ruhig Zeit und eure Hirnwindungen arbeiten, hier passiert die nächsten Tage sowieso nicht viel. Ich freue mich auf eure Kommentare.

Es geht los!:

„Man hätte glauben können, es sei wie immer. Im ersten Augenbick erweckte es vielleicht auch den Eindruck. Aber es war nicht mehr wie immer, es war ganz anders. Jetzt.

Es war dermaßen anders, dass sie glaubte, das Davor gehörte nicht mehr zu ihr, sei irgendwo an einem anderen Ort, in einer anderen Zeit oder mit einem anderen Leben verknüpft. Selbst das Fühlen fühlte sich anders an. DAS hatte augenscheinlich alle bisherigen Verknüpfungen zu Vorher gekappt und neue, ganz andere Leitungen gelegt, die sie noch nicht kannte. Bei aller wundersamen Verwirrung, in der sie sich befand, fühlte es sich auch ein ganz klein wenig angsteinflößend ein. So kann also Leben auch sein.

Wie sollte sie es den Anderen erklären, da sie doch auch nur wusste, dass es so ist, aber keine Worte für das Wie finden konnte. Verschweigen konnte sie es allerdings auch nicht, denn so anders, so neu, wie ihr war, musste dies den Anderen sofort oder doch zumindest ganz rasch auffallen. Wie einfach wäre es dagegen, wenn sie nur eine neue Frisur hätte oder etwas dergleichen, das sich quasi von selbst erklärte.

Könnte sie jetzt doch nur jemand an der Hand nehmen und ihr zeigen, wie sie mit allem umgehen sollte. Mit den Millionen Sternen in ihr, dem Sonnenaufgang, der nun nicht mehr in rot, sondern in einem wunderbaren blau oder lila oder wasauchimmer stattfand.

Mut! Sie hatte Mut, schon immer! Schon als Kind war sie sie eine der mutigsten. Immer voran, nicht lange zögern. Eine Gehirnerschütterung, diverse zerschundene Knie, ein Stückchen fehlender kleiner Finger rechts zeugten von ihrer Tollkühnheit. Wo war dieser Mut jetzt? Wo war sie? Wo war alles? Irgendwo tief in ihr drin vernahm sie ein sehr zaghaftes „Hilfe!“ … „

So, jetzt ihr!