Ein Donnersabend im Mai

Na gut, wegen zwei oder drei Artikeln nochmal kurz in den Supermarkt, was man weg hat, hat man weg. Sogar mal zu Fuß, da einigermaßen nah gelegen.

Diesen wieder verlassend mit 12 Artikeln durfte ich feststellen, dass es mittlerweile entgegen meiner vorherigen Einschätzung zu nieselregnen begonnen hatte. Tja, deshalb heißt dieser Blog auch Drueckfrosch und nicht Wetterfrosch.

Durchs Genässte stapfend fiel mir ein, dass ich selbstverständlich und erwartbar einen der drei Artikel, wegen der ich eigentlich einkaufen gegangen bin, vergessen hatte. Nochmal zurück? Natürlich nicht, wie sähe dies denn auch aus? Sodann ging mir nochmal die gestern erhaltene Bestätigung meiner Kündigung eines Abos durch den Kopf, die ich aus Vernunftsgründen und aufgrund einer veränderten Lebenssituation vorgenommen hatte und löst mal wieder melancholisches Blau bei mir aus. Auch nichts Neues … plitschplatsch …

In dieser Stimmung kommt mir eine kleine Ansammlung Jugendlicher entgegen und beim Vorbeigehen bohrt sich mir laut aus den Kopfhörern des Einen quäkend Herrn Williams „Happy“ in den Gehörgang. Den Rest des Nachhauseweges verbringe ich dezent kopfschüttelnd.

Nun sehe ich zuhause auf dem Ereignis- und Dokumentationskanal der öffentlich-rechtlichen Sender eine Schwarzweiß-Doku, die unter Anderem nochmals zeigt, wie vor reichlich Jahren ein US-Army-Angehöriger im Nebenerwerb eine überdimensionierte Mausefalle in Frankreichs Hauptstadt besingt und die Erdbeeren schmecken leider nicht so intensiv, wie es mir ihr Aussehen vorgaukelte.

So oder ähnlich wird es die nächsten zwei, drei Jahrzehnte wohl immer wieder mal sein, bis es vorbei ist.

Just sayin‘ …

Und Frieden auf Erden …

Das ist doch einer der obligatorisch genannten Wünsche zum Jahresbeginn neben Gesundheit und dem Recall bei DSDS: Frieden. Gibt es einfach nicht genug auf der Welt. Soviele Krisengebiete, soviel Krieg und Auseinandersetzung. Sollten wir nicht alle … und überhaupt … imagine all the people, living life in peace, wohooaa …

Es wird aber schwierig mit dem Frieden in der Welt, wenn er schon in der unmittelbaren eigenen Umgebung so schwer zu bekommen ist. Jüngstes Beispiel: Ein Supermarkt ganz in der Nähe, Wochenende und entsprechender Andrang an den Kassen, die selbstverständlich nur teilweise geöffnet sind …oh, das ist unsauber formuliert, ich meine natürlich nicht, dass bei den Kassen zwar das Laufband geht, aber der Scanner nicht an ist, sondern dass wie meist nicht alle vorhandenen Kassen geöffnet sind (Klugscheißer!)

Kurz hinter mir entspinnt sich urplötzlich ein Disput. Wie ich mir nach und nach zusammenreimen konnte. entstand folgende Situation: Eine Frau stand wohl bereits an der Kasse an, dann fiel ihr ein, dass sie etwas vergessen hatte, deshalb eilte sich nochmals schnell an die betreffenden Regale und ließ solange ihren Wagen an der Kasse stehen. Eine danach auftauchende Kundin sah offenbar nicht ein, hinter einem herren- bzw. damenlosen Einkaufswagen anzustehen und überholte diesen.

Von der nunmehr zurückkehrenden Wagenlenkerin wurde sie daraufhin in nicht geringer Lautstärke angegangen, was ihr einfiele, sich einfach vorzudrängen, was die andere Kundin natürlich nicht auf sich sitzen lassen wollte und so ging der Disput weiter und weiter, selbst als ich meinen Einkauf bereits abgeschlossen hatte. Ich überlegte noch kurz, dennoch dem weiteren Verlauf dieser Auseinandersetzung beizuwohnen, die Verderblichkeit einiger meiner eingekauften Produkte ließ mich aber doch den Heimweg antreten.

Moralisch betrachtet war ich auf der Seite der Frau, die sich nach vorne begab, denn eine Kassenschlange ist kein Liegestuhl am Swimming Pool, den man sich bereits morgens um 4:30 Uhr handtuchreserviert um dann bis kurz vor Sonnenuntergang im Städtchen bummeln zu gehen. Dennoch halte ich den fortgesetzten Disput um eine Kleinigkeit mit hohem Eskalationspotential für äußerst bedenklich. Wie wollen wir denn ein gedeihliches Miteinander im Großen hinbekommen, wenn es uns nicht einmal im nächsten Umfeld gelingt? Wir müssten uns viel öfter darauf besinnen, was wirklich wichtig ist und für was es sich wirklich zu kämpfen lohnt, anstatt unserem Nachbarn an der Kasse mit dem Warentrennstab einen neuen Scheitel zu ziehen. Frieden ist möglich!

Auf dem Weg aus der Tiefgarage fuktionierte übrigens die Fahrlichtautomatik meines Autos nicht. Ich hoffe doch sehr, dass dies nur ein vorübergehender Ausfall ist. Oooaaahhh, ich sehe mich deswegen bereits ein halbes Monatsgehalt bei der Reparaturwerkstatt hinlegen, nur dafür, dass der Kfz-Mechatroniker-Lehrling im ersten Jahr mal kurz mit einem Lappen über den Sensor gewischt hat, verdammte Suppe noch eines, diesen Halsabschneidern könnte ich die Bude in die Luft sprengen … japps …

Scenes from a hessian Supermarket

An der Kasse. Hinter mir schlendert ein Pärchen heran.

Er „… ja, und erst danach haben die angefangen, Qualität zu produzieren. Vorher war das alles Massenware …“

Sie: „Ähä…“

Ich: (…)

Er [beginnt die Ware aufzulegen]: „Nur Massenware war des …“

Sie: „Jaja …“

Ich: ( …)

Er [redet in gebückter Haltung gepresst weiter]: Das hat mer an allem gesehen. Nur Massenware des Zeug!“

Sie [teilnahmslos]: „Ja, genau …“

Ich: (…)

Er [leicht außer Atem]: “ Aber so war des, nuuur Massen …“

Ich: „AAAAAARRRGGHHHHH! ICH BIN EIN STAR, HOLT MICH HIER RAUUUS!!!“

(Nun ja, aber gedacht habe ich es wirklich fast so …)

 

näher.com

Mannmannmann, ich habe mich schon häufiger darüber echauffiert und werde es wohl auch noch öfter tun müssen, also lebt damit:

Supermarktkassen!

Nicht die Kassen selbst, die funktionieren ja offenbar recht tadellos. Ich meine natürlich das Anstehen an solchen, was auch kein Problem darstellte, wäre ich alleine. Da sind aber noch DIE ANDEREN. Es mag ja sein, dass ich von hinten womöglich aussehe wie ein begattungsbedürftiger Maikäfer. Es mag auch sein, dass es wissenschaftliche Untersuchungen über schnellere Abfertigungen gibt, wenn man sich möglichst eng an den Vordermann presst. Schließlich mag es auch sein, dass es sich um einen atavistischen Urtrieb des Menschen handelt aus einer Zeit, in der man sich noch eng an sein Rudel kuscheln musste, um überleben zu können wg. Eiszeit oder Säbelzahntiger oder was auch immer.

Ist mir aber alles wurscht. ES NERVT! Wenn ich es schon in Großbuchstaben benenne, kann man vielleicht erahnen, wie sehr es nervt. Jeder Versuch meinerseits, durch einen oder zwei Schritte nach vorne wenigstens ansatzweise so etwas ähnliches wie Distanz zwischen mir und Frau Alkfahne oder Herrn Fünftagenichtgeduscht zu bringen, ist um Scheitern verurteilt, weil diese kleine Lücke durch Aufrücken sofort wieder zunichte gemacht wird.

Leider ergeben sich in solchen Momenten auch nur äußerst selten Gelegenheiten, mal zufällig und aus der Situation heraus mit dem Arm nach hinten fahren zu müssen, ohne dass es nach Absicht aussieht und man hat auch nie ein Baguettebrot zur Hand, wenn man mal eines benötigt.

Den dann noch vorhandenen Rest an Selbstbeherrschung benötige ich, um die Person hinter/auf mir nicht zu fragen, ob wir denn nicht erst einmal zusammen essen gehen sollten bzw. sie darauf hinzuweisen, dass sie mit einem weiteren Schritt nach vorne einen wunderbaren Ausblick auf meine Lungenflügel hätte. Die meisten verständen es eh nicht.

Muss ich also meinen Frust weiterhin an dieser Stelle loslassen, Verzeihung!

Wo kommt das denn alles her?

Nur mal eben auf dem Heimweg in den Zupermarkt. So zwei, drei Sachen einholen, wie man das halt mehrmals die Woche macht, wenn man Single ist, eine Einkaufszettelallergie und ein löchriges Gedächtnis hat …

Das war aber nicht der Fehler. Der Fehler war, mittags fast nix verknuspert zu haben und dementsprechend hungrig dort hinzugehen. Das Ergebnis:

1 Naan-Brot,

2 Joghurts,

3 halbreife Bananen,

1 Packung Rooibushtee,

2 Mango-Lassi,

2 Packungen Käse,

1 Streukäse,

1 Packung Lachsschinken,

1 TK-Gemüsemischung

1 Sixpack Asaft

1 Packung Gewürzspekulatius

1 Tütchen Marzipankartoffeln

1 Schälchen ölige Antipasti

1 Packung Fettucine

Aber die Fluppen hab ich vergessen, Mist …ah nee, ich rauche ja gar nicht …

Nächstens gehe ich wieder in den „Minus“, dann wird es hoffentlich überschaubarer. Nun ja, wenigstens bin ih einigermaßen versorgt, wenn wir hier in den nächsten Tagen komplett eingeschneit sein werden …


Die Dingens des Lebens

Ein kurzer Besuch in einem beliebigen Bio-Frische-Supermarkt, nennen wir ihn einfach Xganzokay. An der Kasse erfreulich wenig Andrang. Nach dem Auflegen der Waren, die ich in meine Obhut zu bringen gedenke, erkenne ich auch den Grund: Das Warenlaufband läuft nicht, was dumm ist, denn dafür ist es ja da. Als Stehband hätte es diese Karrierechance sicherlich nie bekommen. Aber gut, das Laufband ist nun ein Stehband. Mein Vorkunde und ich meckern nicht lange herum, sondern schieben unter Zweckentfremdung des Trennstabes unsere Waren einfach nach vorne. Hessen können da ganz unkomplizierte Menschen sein.

Ich muss dabei zugeben, dass es mir bei gerade mal fünf Artikeln deutlich leichter fällt, meine Sachen weiter zu schieben als meinem Vorkäufer, der sich mit geschätzten 20 Artikeln schon deutlich schwerer tut. Es soll ja auch nix kaputtgehen, nicht wahr?

Als ich schließlich ohne großes Entzücken meine Geldbörse zücke und meine Sieben Fünfsachen verstaue, entsteht zwischen der mich abfertigenden Kassiererin und ihrer leicht westwärts sitzenden Kollegin in etwa folgender Dialog:

„Sach ma, ging das hier schon öfter nicht?“

„Was denn?“

„Na, das Band hier. Das geht nicht!“

„Keine Ahnung, probier doch mal die Tastatur!“

„Passiert gar nichts …“

„Dann guck doch mal nach dem Dings da … da hinten des eine …(sieht die leicht irritierte Kollegin) …ei, hinten des Dings, drück doch mal …Neben dem andern Dings, drük doch da mal …(die Kollegin schaut immer entgeisterter aus der Wäsche) … hier, das Dings halt …(fummelt an etwas an ihrem Arbeitsplatz herum, das man von außen natürlich nicht erkennen kann) … da unten ist doch auch so ein Teil .. des Ding da …“

Wie gerne wäre ich noch geblieben, ich hätte doch auch zu gerne noch erlebt, ob die Kollegin das Dings schließlich noch gefunden hat, aber ich musste dringend mal aufs Dingens da …

Herr Eg.ner, schauen Sie sich das bitte mal genau an! Jahaaa, das sind die Früchte ihrer jahrelangen Verdingsdaisierungsbemühungen. Eine ihrer wichtigsten Substantive beraubte Gesellschaft, abgehängt in einer polyglott-globalisierten Wirtschaftswelt, degenerierte Abkömmlinge Goethes, Lessings und Schillers. Das konnten sie nicht ahnen? Ooooh doch, das war absehbar und klar wie Dingsbrühe …