Der gute Ton

Man kann den Menschen hierzulande sicherlich schon einiges zumuten. Die gute alte harte D-Mark wird gegen Spielgeld eingetauscht, die Menschenwürde gegen Hartz4 und derlei mehr. Irgendwo stößt das zumeist leise Grummeln der Betroffenen aber auch an seine Grenzen.

Große Aufregung herrschte in diesen Tagen, als die News durchsickerte, die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands, kurz „Das Erste“, wolle die Erkennungsmelodie der Tagesschau ändern. Na, soweit kommts noch.

Erst vor kurzem hatte Herr Keintalentschauspieler noch vor seinem Dienstantritt als neuer Hamburger Kommissar seinen Hirnflatulenzen Auslauf gegeben und öffentlich darüber nachgedacht, die „Tatort“-Titelmelodie mal zu „modernisieren“ und sich damit auch nur so semibeliebt gemacht.

Der Mensch braucht Orientierung, insbesondere in einem immer komplexer werdenden Alltag. Der Stand der Sonne, der Flug der Vögel, der Moosbewachs an Bäumen, der Duft des geliebten Partners, die Hundehäufchen vor der Haustür und eben auch vertraute Klänge.

TAAA-TAAA-TA-TA-TA-TAAAAAA  bedeutet nicht nur, dass man rechtzeitig von RTSAT7 weggeschaltet hat, sondern heißt nunmal auch „Es ist 20 Uhr!“ und je nach Lebensalter und -situation ist dies dann gleichbedeutend mit „Du kannst dich nochmal 2 Stunden hinlegen bevor es zur Nachtschicht (oder in den Club) geht“ oder auch „Zeit fürs Bettchen!“ bedeuten. Dann lässt man sich vom pausbackigen Jens, der in ihre Kostüme gegossenen Judith oder anderen mal kurz den Stand der Welt nahebringen und kann darob zumindest so tun, als sei man nicht ganz aus dieser gefallen.

Verändert man diese Orientierungsmarker mutwillig und ohne Not, geht man ein nicht überschaubares Risiko ein. Menschen bleiben auf einmal viel zu lange wach oder – noch schlimmer – entdecken andere Sender, die gerade gutgenährte Männer mit Schwitzehemdchen beim Dartwerfen zeigen. Abendessen werden zu früh oder zu spät eingenommen, daraufhin einsetzende Hungergefühle oder Magenbeschwerden beeinträchtigen Quantität und Qualität des Schlafes und ein dann unausgeschlafener Baggerführer reißt am nächsten Morgen versehentlich das falsche Bürogebäude ein.

Das kann doch niemand wollen.

Schnell hat sich das Erste darum nun auch bemüht, klarzustellen, dass die Melodie nicht geändert, sondern lediglich ein wenig angepasst werden werden soll. Das beruhigt zunächst ungemein. Allerdings habe ich ein wenig Angst, dass nun ein rappender Pandabär einen Text hinzufummelt oder Unheilig analog zur Melodie ein „TAAA-GES-SCHAUUU“ knödelt.

Uff, weg mit diesen Gedanken! WEG!!!

Eines muss ich allerdings seit Jahren kritisch anmerken: Beim Tatort-Trailer finden während der letzten DREI Töne VIER Bildwechsel blau/weiß statt. Das geht eigentlich nicht, da bin ich sehr monk, das sollte man korrigieren.

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Warum Pelischkas so selten auf nougatverschmierte Hyänen zeigen

Meine Frankfurter Hauspostille hatte unlängst die 10 kuriosesten Buchtitel des Jahres zusammengetragen, welche ich Euch natürlich keineswegs vorenthalten möchte:

1. „Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen; das muss gar nicht lange dauern“

2. „Die Frau, die alleine ein ganzer Tisch war“

3. „An dem Tag, an dem ich meine Friseuse küsste, sind viele Vögel gestorben“

4. „Männerpolitur. So möbeln Sie Ihren Mann auf“

5. „Gesund essen und dick sterben“

6.“Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag“

7. „Zehn Tipps, das Morden zu beenden und den Abwasch zu beginnen“

8. „Keiner verliert ungern“

9. „Nichtamtlicher Leitfaden zur Bewältigung von Projekten  und zur Abweisung diesbezüglicher Irrtümer“

10. „Geld macht reich“

Nummer 2 kling wie ein Buch von Oli.ver Sac.ks, ist es aber nicht und die 3  reizt mich schon sehr zum Kaufe. Die Nr. 6 scheint ein sehr interessanter Roman zu sein, der auf sehr lakonische Art die Ereignisse rund um den Prager Frühling erzählt.

Jetzt schnappt sich Pappa aber erstmal ein paar andere Bücher und fährt einige Tage ans Meer. Macht nicht mehr Unsinn als sonst auch solange …

Ein Teller Linsen auf dem Mond

Wenn ich also dereinst mal das Buch veröffentliche (welches? Na, das was noch zu schreiben wäre), dann sollte es selbstverständlich auch einen guten Titel haben. Offen gestanden habe ich manches Mal die Vermutung, mir mehr Gedanken über Titel oder Gestaltung als über den Inhalt zu machen, aber das ist ja auch wichtig. Hierbei muss ich doch nur mein eigenes Verhalten analysieren, wenn ich eine Buchhandlung betrete ohne konkretes Kaufziel und einfach so stöbere. Titel, Design, Klappentext, dann vielleicht noch der Name des Autors bzw. der Autorin, so ist meine gefühlte Bewertungsreihenfolge.

Ein Buchtitel sollte schon auffallend sein, ebenfalls das Design. Manche Bücher braucht man gar nicht anfassen, da weiß man bereits beim Betrachten des Titels, wo es langgeht (all diese Titel gibt es meines Wissens noch nicht, das ist aber nur eine Frage der Zeit):

„Celticus“ = Mittelalter-Fantasy

„Lachslaiche“ = Krimi aus Skandinavien

„Tausche Ehemann gegen Bockwurst“ = vermeintlich lustiger Beziehungsroman

„Herz auf halbmast“ = der neue Roman von dieser Premierminister-Tochter

„Man muss kein Schmied sein, um Glück zu haben“ Herr Dr. Hirsch-H.ausen, bitte auf Station B!

Naja, undsoweiter. Deshalb wäre es wichtig, einen Titel zu wählen, der zu einem zweiten Hinschauen animiert. Es sollte aber auch nicht auf eine billige Art provokant sein. Mit „Schwanzfäule“ leckt…äh…lockt man heute auch keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Ein klein wenig verstörend vielleicht, aber ohne abzuschrecken und am besten neugierig machend sollte es sein.

„Ein Teller Linsen auf dem Mond“ wäre aus diesen Gründen in meinen Augen ein ganz wunderbarer Buchtitel. Man kann hinter einem solchen Titel alles mögliche vermuten. Ein populärwissenschafltiches Buch, das sich mit besonderen physikalischen Phänomenen beschäftigt beispielweise. Oder eine Erzählung über eine Kindheit in Ostpreußen (muß ja nicht immer „Gülle und Pfannkuchen“ sein oder derartiges). Es könnte auch der Titel einer phantasiereichen ERzählung für kleine und große Kinder sein. Es müssen ja nicht einmal Linsen oder der Mond tatsächlich in der Geschichte vorkommen, das ist eine ganz hervorragende Metapher im Stile des Kamels im Nadelöhr.

Schade nur, dass ich nicht der Erfinder dieses Titels bin. Er wurde als Beschreibung für die wahnsinnige Genauigkeit des neuen Megahyperteleskops gewählt, das derzeit auf den kanarischen Inseln in Betrieb genommen wurde und das so ganau sein soll, dass man z.B. besagten Teller mit Linsen auf dem Erdtrabanten erkennen könne, wer auch immer ihn dort stehen lassen haben mag. So schnöde kann Realität mitunter sein.

Muss ich mir halt wieder etwas Neues ausdenken…hmmmm….ein Sn.ickers auf dem Mars?

Schutz/Mars/Namen

…und wohl bin ich geschäftstüchtig und clever! Erstmal habe ich mir einen Schwung Lehman-Bros.-Aktien zugelegt, die sind derzeit voll günstig, echt, ey…

 

So, und außerderm melde ich jetzt mal vorsorglich Titelschutz für folgende künftigen eventuellen Blogeintragsüberschriften an:

 

Also, hä…ähem…*räusper*…ich melde an:

 

„Wie ich einmal den Amy-Winehouse-Ähnlichkeits-Wettbewerb verloren habe“

 

„Lasst meinen Zwergpudel in Ruhe!“

 

„Wowi muss Kanzler bleiben!“

 

„Rote Bete hilft gegen Spermaflecken“

 

„SGE! SGE! Deutscher Meister ES-GE-EEE!!!!“

 

„Vielen Dank, blödes CERN! Und jetzt…?“

 

„Schon wieder dunkel heute Nacht…“

 

„Das allerdufteste Wort von der ganzen Welt“

 

„Danke, Herr Jauch, die Million kann ich gut gebrauchen!“

 

„Lordfoltermord unmasked“

 

„Island ruft mich“

 

„Hy, Arnie!…oops, sorry, Mr. President”

 

“Juchhu, endlich geht mein Handy für mich arbeiten”

 

Da kommt noch mehr…