Hot Dog, jumping Frog, Notfallfenster

Wenn der grimme Lebenswind das traurig-tapfer leuchtende Lichtlein in einem auszublasen droht und das Draußengrau nach innen durchzudringen beginnt, sucht man etwas, wohin man sich hineinflüchten kann. Mit etwas Pech bemüht man dabei Alkohol oder andere Drogen oder stürzt sich in sinnlose Affairen, mit etwas mehr Glück stößt man hingegen beispielweise auf die bereits seit einigen Monaten erschienene neue Platte von Prefab Sprout.

Nach weißnichwievielen Jahren Pause nochmal etwas Neues, zwischenzeitlich ist soviel passiert in der Welt. Paddy McAloon, der Mastermind hinter Prefab Sprout, hatte auch schwere Zeiten hinter sich mit massivem Augenschaden und schwerem Tinnitus und sieht mittlerweile aus, als hätte er sich erfolglos um die Rolle des Gandalf in „Herr der Ringe“ bemüht, derweil man ihm immer noch als juvenilen Coverboy von Alben wie „Steve McQueen“ im Kopf hat.

Seine Stimme jedoch ist nach wie vor die eines wildromantischen Mittzwanzigers wie eh und je und verbreitet klanglich kuscheligen Trost, wann immer man ihn sucht. Die Songtexte sind nach wie vor meist intelligent, aber das Hineinfallen ermöglicht das Sprout’sche Klangspektrum. Wird wahrscheinlich in vielen Jahresrückblicken mal erwähnt, aber kein Album des Jahres, deshalb zumindest an dieser Stelle mal allerherzlichsten Dank dafür!

Witzigerweise finde ich ausgerechnet den größten kommerziellen Erfolg der Band, „The King of Rock’n’Roll“, auch nach vielen jahren noch ziemlich doof, aber ich muss ja immer irgendwie …

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Jetzt, wo alle noch mit roten Flecken im Gesicht hektisch nach teuren oder originellen Weihnachtsgeschenken suchen, ist sicher auch die hohe Zeit derjenigen Unternehmen, die Geschenke in Form von besonderen Erlebnissen anbieten. Meist sind es Kanufahrten auf der Sinaihalbinsel oder Tandemfallschirmsprünge mit Kühen oder dergleichen aber bei meinen Zugfahrten der letzten Zeit kam mir ein Geschenk in den Kopf, das mir persönlich große Freude bereiten könnte: Man könnte mir einen ausrangierten ICE vor die Nase stellen und mir die Möglichkeit geben, alle Notfallfenster im Zug mit diesen beigefügten Hämmerchen einzuschlagen. Wann immer ich Zug fahre, ist da dieser klammheimliche Wunsch in mir, dies einmal wenigstens auszuprobieren. Die derzeitige Gesetzgebung möchte mir diesen Spaß jedoch nicht gönnen und erst einen Zugunfall abzuwarten, um diesem Vergnügen nachkommen zu können, erscheint mir dann doch etwas unverhältnismäßig.

Die spannendste Frage dabei wäre: Schaffe ich es, mit einem einzigen Hammerschlag mitten ins Rote die Scheibenstruktur so großflächig zu zerstören, dass sie danach wie von alleine herausfällt? Sollte also jemand im Besitz eines außer Dienst geratenen Schnellzugs sein und mir eine Freude machen wollen, nur zu! Ich werde auch mein freudigstes Lächeln dabeihaben.

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Those Days

An manchen Tagen sollte man sich bestenfalls auf möglichst fehlerfreies und regelmäßiges Ein- und Ausatmen beschränken; zu mehr reicht die Seelenkraft nicht. Dann müssen mal Andere dafür sorgen, dass Hellas nicht pleite geht, der Apfel strudelt, Herzen in Flammen geraten und die Welt sich weiter dreht.

An manchen Tagen muss man sich besonders vor Augen halten, dass bis zuletzt Allem stets noch ein Danach folgt und das Danach womöglich anders aber nicht schlechter sein muss (außer manchmal) …

An manchen Tagen bleiben viele Sätze unvo