Mums Nightmare

„Tja, gute Frau, ihr Sohn ist da in einen ganz üblen Verkehrsunfall verwickelt gewesen …“

„Ojeojeoje …“

„Fünf Autos und ein LKW mit Batteriesäure, da können Sie sich sicherlich leicht selbst ausrechnen, wie es da aussieht …“

„Ach Gottchen, ach Gottchen …“

„Die gute Nachricht ist: Wir denken, er wird es überleben. Natürlich wird es lange dauern, bis er wieder hergestellt ist. Das größte Problem ist derzeit, dass wir irgendwie seinen Unterkiefer aus dem Brustbein herausfräsen müssen. Eine Hand fehlt auch noch, aber Suchtrupps sind unterwegs und wenn sich an der Unfallstelle keine Hunde oder perverse Präparatoren herumtreiben, denke ich auch, dass wir sie wieder finden werden. Im Großen und Ganzen werden wir das schon wieder gewuppt bekommen, liebe Frau. Auch die kosmetische Chirurgie ist heutzutage ja schon sehr weit …“

„Ach, das klingt ja gut …“

„Über eine Sache müssten wir allerdings noch mit Ihnen reden und glauben Sie mir, es fällt mir wahrlich nicht leicht: Als wir Ihren Sohn hier hereinbekamen, mussten wir leider feststellen, dass er total dreckige und mehrere Tage alte Unterwäsche trug und das hat uns alle schwer erschüttert.“

„WAAASSS? OH, NEEEIIIIIIIIIN!!!“

„Sicher, er wohnte nicht mehr zuhause und ist eigentlich erwachsen und ich vermute, Sie haben ihm über Jahre gepredigt,  er möge doch bitte frische Unterwäsche anziehen, genau wegen solcher Situationen, aber Sie müssen nun auch verstehen, dass wir damit unter voller Namensnennung an die Presse gehen müssen, schon alleine wegen der Gefahr der Nachahmung … hallo, wo wollen Sie denn hin … OHGOTT, bitte nicht über die Brüstung springen, das Leben kann für Sie doch dennoch …oooops!“

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Vermischtes

Die Straße zwischen meinem und dem Nachbarort hatte mal ihre große Zeit, da war sie hochoffiziell Teil einer der längsten Bundesstraßen Deutschlands. Seit einigen Jahren ist das aber vorbei, da kam 150m weiter die neue, große Verbindungsstraße, die direkt an diverse Autobahnen anknüpft. Seitdem führt sie ein vergleichsweise ruhiges Leben als Kreisstrasse.

Der frühere Rastplatz wurde gesperrt, die pralle Natur scheint die Straße mehr und mehr zu veschlingen. Derzeit grünt und blüht es um sie herum, als würde jemand dafür bezahlen. Der dezente Strom der dort noch verkehrenden Autos stört die Natur kaum, Vögel zwitschern ihre Lieder, Pflanzen recken sich gen Himmel, hier und da hoppeln Hasen über die Felder, gelegentlich erfolglos verfolgt von dort gassigehenden Hunden.

Vor einigen Tagen wurde es für einen kurzen Moment sehr laut. Ein Quietschen, ein Krachen, Metall auf Metall, dann wieder für einige Minuten Ruhe, dann wieder laute und blinkende Sirenen und stundenlange Hektik. Am Abend jedoch, als ich dort vorbeifuhr, war wieder alles ruhig und nur noch einzelne Fragmente und ein paar Kreidestriche erinnerten an das Geschehene.

Seitdem wartet ein kleines Kind im Nachbarort von da an in alle Ewigkeit, dass seine 25jährige Mama wieder nach Hause kommt und die Zeitungen schreiben das übliche „aus bislang ungeklärter Ursache“.

Unter der Rubrik „Vermischtes“ oder „Kurzmeldungen“ findet man so etwas dann, die Titelseiten bleiben selbstverständlich für schwanzgesteuerte Politiker oder Terrorgemüse reserviert; schließlich ist ja nur für wenige Menschen eine Welt untergegangen.

In einigen Haushalten werden Menschen beim Zeitunglesen darüber nachdenklich, der morgendliche Abschiedskuss ist intensiver und länger als üblich und manch einem entfleucht ein „Fahr vorsichtig!“ wo sonst ein „Denkst Du an die Kartoffeln?“ folgt.

Fahrt vorsichtig!

Welt voller Wunder

Mal angenommen, Sie hätten den Steinschlag in Ihrer Scheibe nicht rechtzeitig bei Kackglas reparieren lassen, weshalb diese mitten auf der Autobahn den Geist aufgibt und Sie in einen Unfall verwickelt, in dessen Folge Sie zeitweise aufgrund schwerer Verletzungen nur in der Lage sind, Müsli zu essen (das gute Seifenbacher natürlich, das tut einem ja sowieso gut),  und sie zusätzlich noch an den finanziellen Folgen des Unfalls zu leiden haben…

… dann geht jetzt die Sonne für Sie auf, denn jetzt gibt es  ja das gute Briefgold. Einfach die alten Zahnfüllungen oder nicht benötigten Eheringe in den Briefumschlag und schon gibt es pro Kilo Gold mindestens mehrere Euro Belohnung, einfach so! Klasse, oder?

Ich gebe dies mal als Geheimtipp weiter, denn viele wissen wahrscheinlich noch gar nichts davon. Gern geschehen!

P.S.: Weiß jemand, ob es ratsam ist, mit einer Halsentzündung ein verlängertes Wochenende in Hamburg zu verbringen? *zähneknirsch*

Putzig!

Es ist doch immer wieder putzig, mitzubekommen wenn hessische Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr oder sonstiger Hilfsdienste vor Mikrofonen zu einem Statement anlässlich eines Unfalles, eines Brandes oder anderer Volksbelustigungen gebeten werden und dann der speziell ausgebildete Hauptkommissar oder Strandbadinspektor mit starrem Blick  in sehr bemühtem aber leidlich vergeigtem Juristenhochdeutsch und unter krampfhafter Vermeidung seiner lokalen Sprachfärbung Sätze raushaut wie „Als die Einsatzkräfte am Einsatzort eintrafen war das Schadensereignis bereits eingetreten“ oder „Der Verunfallte befand sich  in einem bedauernswerten Zustand“.

Das sind so die kleinen „Hihi“s des Lebens …

(Oje, ich hihie natürlich nicht über das bedauernswerte Ereignis als solches, sondern lediglich über die erwähnten Begleiterscheinungen, damit hier kein falscher Eindruck entsteht)