Ich bin 1 a, Hohlmichel raus!

Ob ich öfter neidisch bin? Ach was, gar nicht!

Sicher kommt es hin und wieder mal vor, dass ich das Aussehen, Einkommen, sexuelle Erleben, geringe Alter oder den Beruf Anderer bei mir besser aufgehoben fände, aber dies ist kein Neid, sondern höchstens eine ganz natürliche kritische Beobachtung hinsichtlich einer unausgereiften  Verteilungsgerechtigkeit.

Nehmen wir den Beruf. Ich hätte nach mittlerweile mehrfacher Betrachtung überhaupt nichts dagegen, Moderator des Dschungelcamps zu sein. Man wird 3 Wochen in den australischen Sommer verbracht, bekommt Geld dafür, ein paar dumme Sprüche loszulassen und lässt sich den größeren Teil des Tages die Sonne auf die Plautze brennen.

Vor allem befriedigte dieser Job meine sadistische Ader. Man sieht genüsslich dabei zu, wie ein knappes Dutzend Menschen die vielleicht mal ansatzweise prominent waren oder es zumindest gerne wären und samt und sonders unter fortgesetzter Beobachtung des Finanzamtes stehen, weil ihnen in besseren Zeiten niemand den Unterschied zwischen Brutto und Netto erklärte oder sie sich eine Immobilie auf einer ehemaligen Giftmülldeponie andrehen ließen, mitten in einen Naturpark geworfen werden und sich dort mit Känguruhhoden füttern lassen müssen.

Kennen muss man dieses intellektuelle Notstandsgebiet natürlich nicht, es reicht doch, wenn man sich von jedem Teilnehmer einen halbseitigen Lebenslauf zeigen lässt und 2 Minuten darüberschaut. Während die Dschungelcamper sich nachts mit Schlangen und Dingos um ihren Schlafplatz prügeln müssen, verbringt man entspannte Nächte im 5-Sterne-Hotel und kann sich dieses ständige gemeine Dauergrinsen selbst dann nicht verkneifen, während man das reichhaltige Frühstücksbuffet entlangwandert.

Okay,ganz anstrengungsfrei ist der Job auch nicht. Man muss jeden Tag von Anderen geschriebene Dialoge auswendig lernen und so tun, als ob diese ständigen Spitzen und gemeinen Wortspiele ständig spontan dem eigenen Hirnkastel entspringen. Außerdem muss man sich täglich mehrere Minuten zu dem bereits nach wenigen Stunden völlig verwilderten Aussatz begeben, um ihnen mitzuteilen, wer die nächste Prüfung zu absolvieren hat. Meist ergibt sich schon nach kürzester Zeit ein „Liebling“ der Fans, der dann so gut wie jedes Mal zur Prüfung ausgewählt wird. Man verlängert die Qual, indem man erstmal ausgiebig klarmacht, wer alles nicht zur Prüfung muss.

Davon aber mal abgesehen scheint mir das Ganze ein Riesenspaß zu sein. Sollte also Herr Bach demnächst doch platzen oder mit dem immens erfolgreichen Hape-Musical doch auf Welttournee gehen und unbekö … unabkömmlich sein, wollte ich nur kurz daran erinnern, dass ein gewisses Interesse meinerseits besteht. Ich benötigte nur ein wenig Vorlauf, wegen der betrieblichen Urlaubsplanung, aber da ich den Kalender verwalte, wird das auf jeden Fall klargehen. Muss die Kollegin ihre schwerkranke Mutter in Paraguay halt ein halbes Jahr später besuchen fahren …

Große Pause

Da sind sie also wieder!

Je nachdem, auf welchem Längen- und Breitengrad sich Euer Bundesland befindet, haben die Sommerferien bereits begonnen oder stehen unmittelbar bevor. Ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, wie es sich anfühlt, mindestens 6 Wochen am Stück frei zu haben, hoffe aber, euer Erinnerungsvermögen ist da besser, liebe Lesefröschlein.

Das ist hier nämlich wieder so ein Interaktivdingens. Es wäre mir eine große Freude, wenn Ihr mal in eurem Hinterstübchen herumkramt und mir – wie es früher in der Schule gehandhabt wurde – Euer schönstes Ferienerlebnis schreibt … nein, eigentlich meine ich es in einem etwas weiteren Sinne. Sommerferien sind aufgrund ihrer Länge dazu angetan, eine ganz eigene Jahres- wenn nicht gar Lebenszeit darzustellen. Vor allem die etwas älteren Kinder kamen oftmals völig verändert aus den großen Ferien zurück. Da waren auf einmal lange Haare, Mädchen hatten plötzlich Brüste, Jungen eine kaputte Stimme sowie ein Streuselkuchengesicht. Die großen Veränderungen fanden aber oft in Bereichen statt, die man von außen nicht sehen konnte.

Ganze Welten entstanden mitunter in dieser Zeit (und stürzten auch gleich wieder ein). Man lernte segeln, fand die erste große kleine Liebe, man machte sich Gedanken, fand heraus, dass die Welt schwierig ist und begann, Punk zu hören, jobbte im Tierheim, kaufte das erste Mal Zigaretten oder Kondome oder beides, fuhr zur großen Schwester in die große Stadt und war ganztägig beeindruckt, machte den Mofa-Führerschein, bekam mit, wie sich die Eltern im gemeinsamen Österreich-Urlaub das Leben zur Hölle machten, stellte einen inoffiziellen Comiclesemarathonbestwert auf, war Dauergast im Eissalon und vieles mehr.

Irgendetwas in dieser Art muss doch auch bei Euch in den großen Ferien passiert sein und es wäre schön, wenn ihr andere daran teilhaben lassen möchtet, egal ob diese Erlebnisse ein oder 20 Jahre her sind oder eventuell gerade passieren.

Schreibt mir unter der Adresse summerbreak@gmx.com, ich sichte und wähle aus und vielleicht haben wir am Ende der großen Ferien eine kleine Anthologie beisammen. Aus meinen bisherigen Erfahrungen mit Mitmachexperimenten dürfte ich eigentlich höchstens 2,3 Antworten erwarten, aber vielleicht ist dieses Mal die Reaktion ja etwas höher. Deshalb fände ich es sehr nett, wenn einige von Euch auf dem eigenen Blog für eine kleine Erwähnung oder Verlinkung Platz fänden.

summertime and the living is easy, fish are jumping and the cotton is high …

Vielen Dank vorab und nun ran an die Tasten!

Navi et moi

Wie gut, dass ich mich dann doch noch dazu aufraffen konnte, mir einen der digitalen Wegefinder zu kaufen. Vor allem wenn man alleine in eine noch nicht bekannte Gegend fährt.

So ein Navi wühlt nicht aufwändig in irgendwelchen Landkarten herum, um einem dann mitzuteilen, man hätte vor 5 km rechts abbiegen müssen oder schreit unvermittelt „Achtung! Ampel“, als ob Stevie Wonder am Steuer säße.  Nein, ein Navi bleibt stets cool und wenn man aus schwer zu erklärenden aber nachvollziehbaren Gründen mal nicht seiner Empfehlung folgt (ach so, d i e s e s „links“ war gemeint!), wird nicht rumgeschmollt und über Grundsätzliches diskutiert sondern flugs ein Plan B aus der Schublade geholt und das Beste aus der Situation gemacht. Löblich, sehr löblich!

Dafür lernt man im Gegenzug, seine Eigenwahrnehmung nicht komplett abzuschalten und zu erkennen, dass das „jetzt“ in „jetzt links abbiegen“ nicht allzu wörtlich genommen werden sollte, zumal wenn der Unterschied holländischer oder belgischer Feldwege zu mit herkömmlichen Kraftfahrzeugen befahrbaren Straßen eher fließend ist.

Auch bin ich des öfteren überrascht, wieviel Autobahnwechsel sich das Navi bspw. für eine eigentlich recht überschaubare Fahrt von Frankfurt nach Aachen einfallen lässt, um einige Kilometer zu sparen. Aber ich maße mir da nichts an, ich bin hier nicht der Experte.

Nicht helfen konnte mir mein elektronischer Pfadfinder bei der Identifizierung der diversen, mir sämtlich nicht bekannten Muster auf holländischen Straßen, aber dies kann ich ihm selbstvetständlich nicht vorhalten. Im Zweifelsfall bin ich einfach langsam drübergefahren, bislang sind noch keine OWi-Bescheide eingetroffen.

Sehr hilfreich dagegen waren die Geschwindigkeitsbegrenzungsanzeigen, denn warum eine Überlandstrasse des öfteren und meistens ohne für mich nachvollziehbaren Anlass wie Bebauung mehrfach zwischen 60, 70, 80 und 90 km/h pendelt, war mir nicht immer ersichtlich.  Da hat mir des gelegentliche ACHTUNG! aus der Mitte des Fahrzeugs schon das Fahren erleichtert.

Lustig übrigens auch, wenn eine Autobahn, ohne dass man sie verlässt, plötzlich zur Schnellstrasse degradiert wird und man unverrichteter Dinge auf Kreuzungsverkehr und Ampeln stößt. Der Niederänder als solches scheint daran gewöhnt zu sein, es lagen zumindest nirgends Leichenteile herum. Apropos Leichenteile: Ich weiß ja nicht, ob dies generell dort üblich ist. aber eine eingerichtete Baustelle wurde durch eine in oranger Kleidung gehüllte Puppe o.ä. angezeigt, die mit einem Arm beständig ein Fähnchen hin- und herwinkte. im Vorbeifahren sah diese Puppe ein klein wenig wie ein Zombie aus, aber immerhin wird derart Aufmerksamkeit generiert.

Alles in allem hat mich mein Wegefinder gut durch 2/3 Benelux geführt. Das Lotsen auf einen unbefestigten, engen Parkplatz, wo eigentlich eine Durchfahrtsstraße sein sollte, übersehe ich großzügig.

P.S.: Schöne Grüße übrigens an Alle vom Meer. Es war ganz aufgewühlt, als ich ihm von Euch erzählte …

Wir basteln einen Blogeintrag

Bin ja quasi noch mitten im Urlaub, deshalb habe ich derzeit auch nicht so viel Zeit für dies hier.  Ihr seid ja zum größeren Teil bereits erwachsen (oder kurz davor oder nur knapp darüber), deshalb möchte ich Euch einfach bitten, diesmal selber aus den Fragmenten „Harald Schmidt“, „Sarrazin“, „Laufzeitverlängerung“, „Schalke 04“, „s21″,“3-D“, „Wasabi“ und „Lady Gaga“ einen kurzweiligen, humorvollen, aktualitätsnahen,  gerne auch spitzzüngigen Blogbeitrag zu erstellen. Die erfahrenen Profis unter Euch schaffen es sicher, auch noch das Wort „Acetophenon“ einzuarbeiten.

Vergesst nicht, ein oder zwei Wortspiele einzustreuen und gebt Euch ein wenig Mühe beim Blogtitel, er soll ja Interesse wecken.

Ich frag das dann später ab. Bis dahin viel Spaß!

Kazncontent

Cafénachbartischgespräch aufgrund öffentlicher Aufführung problemlos mitbekommen.

Das ist der Vorteil, eine junge, forsch auftretende Frau mit glitzerndem Augenaufschlag zu sein: Man kann dem älteren Herrn am Tisch (Opa? Nachbar? Ex-Lover?) mal so eben im Vorbeischauen die Urlaubspflege der Katzen auf das schwach gewordene Auge drücken.

Gesprächsauszüge:

„Wieviel? Naja, zur Zeit sinds noch drei, aber ich hoffe doch stark, dass es bis dahin nur noch eine ist.“

„Die sind total lieb, echt. Die musst Du nur füttern und was zu trinken geben, mehr muss man nicht machen.“

Jahaaa, älterer Herr, und wenn plötzlich größere Fellbüschel in der Wohnung liegen oder eine Katze ein Blut-/Schleimgemisch auswürgt, dann ist das auch alles gaaaanz normaaaal.

Er macht es natürlich, der Gute, das muss man sicher nicht extra erwähnen …

Küstenhumor (I)

Urlauber 1 und Urlauber 2 fahren notgedrungen langsam hinter einem von der Feldernte kommenden Traktor nebst besonders reichlich gefülltem Anhänger hinterher:

Urlauber 1: „Der ist ja vol-ler Korn!!!“

Urlauber 2: „Wer jetzt? Der Bauer oder der Wagen?“

(please note: Urlauber 2 ist grundsätzlich etwas albern mit Hang zu Wortspielchen und Doppeldeutigkeiten, erst recht im Urlaub. Außerdem soll ja in jeder lustigen Bemerkung auch ein … ähhh…Körnchen Wahrheit stecken…)

Das Meer in mir

 

Ein ganz merkwürdiges Leben, die ersten Tage nach einem Urlaub…man merkt, wie einem Tag für Tag ein wenig dieses Gefühls von Auszeit, Andersleben und Erholung verloren geht. Auf der Arbeit nimmt natürlich niemand Rücksicht darauf, dass man sich noch in einem Zwischenzustand befindet (aber ich tue das zugegebenermaßen bei Anderen wohl auch nicht) und zwingt einen wieder in die Widrigkeiten des Alltagstrotts hinein.

 

Dennoch, auch nach über einer Woche wieder im Hamsterrad sein schwappt das Meer noch gelegentlich in mir hoch und hinterlässt wärmende Gefühle. Auch die Kopfbilder sind noch da…das Meer, das mir immer wieder zeigen wollte, wie gut es Ebbe und Flut beherrscht, die fast schon verboten kitschigen Sonnenuntergänge gegen 23 Uhr, die einen rötlichen Schimmer auf die Dünen malten und unbedingt als Medikament verschrieben werden sollten wegen ihrer herzöffnenden Wirkung. Die Luft, die man so auch nur in Meeresnähe bekommen kann.

 

Auch die gewählte Ruhe zwischen den Aktivitäten hat ihr Bild in meinem Kopf hinterlassen. In einem Strandkorb sitzend und auf den sich reichlich weit entfernt befindlichen Horizont blickend, garniert mit dem Soundtrack von M.Oewen lassen sich auch aus dem Bauch hervorgluckernde berufliche Entscheidungen erkennen und bestätigen, die man wochenlang gärenderweise mit sich herumgetragen hat und die offenbar den zeitlichen und geographischen Abstand benötigten, um letztlich auch heute noch und unter Alltagsbedingungen das Gefühl zu zementieren, so sei es richtig.

 

Doch, doch, das Meer ist noch in mir. Ich hoffe, es noch lange in mir bewahren zu können..*glucker*….