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DINGDONG!

Du bist gerade gewählt worden und möchtest gerne regieren, weißt aber nicht mit wem? Du bist Dir nicht sicher, ob die Partei, mit der Du koalieren möchtest, nicht nur für eine Schönwetter-Koalition taugt, sondern auch zusammen mit Dir durch trübe Tage geprägt von Sparzwängen und sozialer Schieflage geht?

Dann nutze HAPPY KOALIMAT!

Schreibe eine sms mit dem Kennwort „Koalition“, dem Namen Deiner Partei sowie dem Deiner Wunsch-Koalitionspartei und sende sie an die 3xx33.

Schon bekommst Du eine Antwort und weißt, ob es die Mühe wert ist oder ob Du besser gleich beim Staatspräsidenten um Neuwahlen bettelst.

(Bei sms aus Griechenland Länder-Vorwahl nicht vergessen!)

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B

Gerade noch rechtzeitig wieder aus Berlin verschwunden, um die Präsentation von „Benedetto No. 16“, dem neuen Eau de Weih aus dem Hause Christo zu verpassen. Wie schade.

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Samstag morgens gegen 9 Uhr in der Frühstücks-/Rumgammel-/Geschäftsgeplauder-/Fußnägelschneid-/Longdrinkschlürf-Lounge des türkisfarbenen Motels und man hat eine ziemlich genaue Vorstellung, wie sich Hühner in Legebatterien fühlen.

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Am gleichen Ort, jedoch Dienstags am ganz frühen Morgen ergab sich eine interessante Beobachtung der multikulturellen Art. In der noch knapp gefüllten Lounge platzierten sich um mich herum eine ganze Reihe von Männern, die offensichtlich zu Arbeitszwecken in der Hauptstadt waren. Wären es Deutsche gewesen, hätte man sich womöglich ein knappes „Mrgn!“ murmelnd, bestenfalls mit einem Fingerklopfen auf den Tisch zur Meute hinzugesellt. Es handelte sich jedoch um Franzosen und dort scheint das Ritual etwas ausführlicher zu sein.

Man gibt also jedem bereits dort Sitzenden die Hand und stößt ein munteres „Bonjour, Messieurs!“ aus. Dies geschah zirka im Minutentakt, bis sich ungefähr 25 Menschen zusammengefunden hatten. Ich malte mir in dieser Zeit lebhaft aus, wie ich wohl reagierte, wenn mir jedes Mal, wenn ich an meinem Kaffee schlürfen oder in mein Brötchen beißen wollte, eine Hand entgegengestreckt würde. Wenig französisch, wohl eher deutsch-muffelig steht zu vermuten. Kaum hatte sich der letzte der Gastarbeiter eingefunden, waren die ersten schon wieder fertig und man ahnt es: Auch bei der Verabschiedung ging es entsprechend förmlich zu.

Zwei oder drei wollten mich, da direkt nebenan sitzend, im Überschwang gleich mitbegrüßen. Irgendwas in meinem Gesichtsausdruck muss sie jedoch in letzter Sekunde davon abgehalten haben. Je ne comprends pas …

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Was man beispielsweise in Frankfurt auch eher selten hat: Bus-Durchsagen der folgenden Art:

„Sehrjeehrtefahrgäste, wegen dem Staatsbesuch von dem Präsidenten Erdojan (Anm. d. Red.: Man kann sich ja nicht jeden Namen von irgendwelchen ausländischen Präsidenten merken) muss unsere Fahrroute heute jeändert werden …“

Auf dem Rückweg dann wurde unser Bus von 5 blinkenden Polizeiautos eskortiert, ungefähr in Höhe der Humboldt-Universität. Später im Motel konnte ich dann auch mitbekommen, warum. Na tüpisch! Kaum bin icke ma in Baalin, jibts Bombendrohungen.

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Busfahren ist übrigens viel spaßiger als S- oder U-Bahn fahren. Leider scheinen Busfahrpläne und -strecken nur eingeweihten Kreisen offenbart zu werden, sodass meine Fahrtrouten häufiger einen Zufallsansatz hatten, was aber – wenn man zeitlich nicht gebunden ist – seinen ganz eigenen Reiz entwickelt. Wahrscheinlich hätte ich sonst niemals Lichterfelde und derlei gesehen.

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Erst auf dem Rückweg erfuhr ich, wo es die beste Berliner Currywurst geben soll und es ist nicht „Curry 36“, auch wenn das in jedem Reiseführer steht. Sie soll in Steglitz beheimatet sein.

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Berlin scheint auch sehr ökonomisch im Witze erzählen zu sein. Man musste dieser Tage nur „Einskommaacht“ sagen, schon lachten die meisten … naja, dass Justin Bieb.er der Ältere Bürgermeister bleibt, war keine große Überraschung

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Über die in den Clubs verbrachten Nächte hingegen hier kein Wort, denn was in Berlin passiert, bleibt in Berlin. Im übrigen gilt: Ich war das nicht!

Kleine Anfrage

Hallo, schleimiger Auswurf kloakenverseuchter Inzu liebe Politiker!

Bekommt man das eigentlich in einem Pflichtkurs „Auftreten in der Öffentlichkeit“ beigebracht oder wird das parteiübergreifend und aus Steuergeldern finanziert intravenös verabreicht?

Was? Na, dieses uniforme Verhalten in Interviews an Wahlabenden. Man bekommt eine nachvollziehbare Frage über Erkenntnisse und geplantes weiteres Vorgehen nach einer Wahl gestellt, antwortet aber zunächst nicht darauf, sondern beginnt mit den Worten „Lassen Sie mich zunächst feststellen, dass  …“, gefolgt von zum Ballspiel folgenden Halbsätzen:

-„… wir wiederum stärkste Fraktion wurden …“

„… ohne oder gegen uns keine Regierung gebildet werden kann …“

„… Herr xxx und seine Partei vom Wähler abgestraft wurden …“

„… wir das drittbeste Ergebnis seit 1871 erzielt haben ..“

Und derlei mehr …

Liebe Pilotiker, ihr werdet das wahrscheinlich nicht wissen, aber zur Vorbereitung auf derart epochale Inteviews bieten die Sender den Zuschauern tatsächlich eine ganze Reihe von Informationen an, Viele Zahlen, wächsende Säulen, bunte Tortenstücke und vieles mehr. Wer also nicht gerade sein Hirn zur Reinigung abgegeben hat, konnte sich bereits vorher ein Bild darüber machen, was ihr erst qua Feststellung zur Realität machen möchtet. Diese Extramühe müsst ihr euch also gar nicht machen und könntet somit direkt zur eigentlichen Fragenbeantwortung kommen. Das wirkt in diesem Moment auch überhaupt nicht unhöflich oder überambitioniert, das könnt ihr mir echt glauben..

Denkt dabei doch bitte auch an eure Vorbildfunktion! Wenn so etwas Schule machen sollte, geht man demnächst zum Biohof, möchte wissen, was die Gurken kosten und bekommt zu hören „Lassen Sie mich zunächst feststellen, dass Gurken nicht zum Steinobst gehören und in aller Regel von grüner Farbe sind …“ undsoweiter. Das möchte man doch nicht, oder?

So, wir üben das jetzt noch mal kurz: „Ja, Frau xxx, wir müssen nun tatsächlich überlegen, ob wir mit den Blauen in eine Koalition gehen können, auch wenn uns dies eigentlich nicht passt.“

Hey, hiergeblieben!!! … alles Feiglinge! …

The Future`s so bright i gotta wear Shades

Es gab einiges zu lesen, hören und sehen in den letzten Tagen, die Obamania befeuert sämtliche Medien reichhaltig, vor allem in den Feuilletons und Kommentarspalten. Es ist doch erstaunlich, welches Erdbeben sich in der Meinung der Menschen ereignet hat. Ich kann mich noch einigermaßen an die erste Wahl Clintons erinnern. Große Erleichterung noch 8 Jahren Reaganomics und einer mäßigen Coda durch Bush d.Ä. inkl. Irakkrieg, der Erste. Er sah aus wie ein Peoples President, hörte Fleetwood Mac und spielte Saxophon. Damals eine große Sache.

Diesmal scheint aber deutlich mehr passiert zu sein, als dies. Es ist nicht nur ein afroamerikanischer Demokrat zum Präsidenten gewählt worden, sondern es scheint sich tatsächlich etwas wie eine Zeitenwende vollzogen zu haben. Plötzlich haben ein Haufen Menschen wieder strahlende Augen und verrückte Vorstellungen, wie die Welt auch sein könnte.

Bei aller Skepsis, die einem als realitätsnahen Menschen zwangsläufig ereilen muss (so schmächtig ist die Realität schon geworden), was die zu erwartende Erfolgsquote der Nummer 44 betrifft, ist alleine die Vorstellung der nunmehr bestehenden Möglichkeiten fast schon unfassbar.

Könnte es tatsächlich sein, dass ein anderes Denken in der Politik Einzug finden könnte? Ein Denken, dass sich nicht hauptsächlich an „Liebesdiensten“ für Öl-, Waffen- und sonstigen Lobbies orientiert, eines, das nicht nur kurzfristige Erfolge und die Wiederwahl im Auge hat? Ein Denken, das einen gesamtheitlicheren Ansatz verfolgt? Das womöglich wirklich die vielbeschworene Nachhaltigkeit in Fragen von Umweltschutz und menschlichem Wirtschaften fordert und fördert? Ein Denken, das auch viele Menschen, die sich in den letzten Jahren als nicht berücksichtigt empfanden, neue Hoffnung gibt und Mut macht, mehr zu wollen, mehr zu fordern, mehr zu tun, selbst aktiv zu werden und sich wieder als ein Teil des Ganzen zu fühlen?

Könnte es sein, dass sich diese Veränderungen auch schnell in der Gesellschaft verankern, in Kunst und Kultur, sich im Leben der Menschen umfassend breit machen, dass sie auch in anderen Ländern ein anderes Denken auslösen  und so z.B. die italienische Karikatur eines Staatsmanns zum überwundenen Ärgernis reduziert, bevor noch Schlimmeres passiert?

Das alles und noch viel mehr könnte passieren. Alleine die Möglichkeit wirkt pulserhöhend. Wahrscheinlicher ist wohl, dass die aktuelle Weltlage, die zu erwartende Weltrezession und andere Faktoren schnell das überlebensgroße Bild ins Wanken bringen werden und sich der Enthusiasmus schnell legt oder ein bewaffneter Spinner doch mal einen guten Tag erwischt.

Vielleicht entwickeln sich die Dinge aber auch so schnell in eine andere Richtung, dass sie die Amtszeit oder sogar die Existenz des nächsten Präsidenten überdauern könnten. Es liegt eine gewaltige Menge Hoffnung in der Luft und die Menschen atmen sie kräftig ein.

Ein klein wenig Zeitenwende vielleicht doch?

… der Blogtitel ist übrigens einem Song von Timbuk 3 aus den 80ern entliehen …

Quo vadis, Bavaria?

Also, der, der so klingt wie ein nuschelnder Alkoholiker, tritt wohl zurück, dafür kommt der Selbstdarsteller mit der Nebenbei-Geliebten mit Kind. Der Asthmatiker mit den Segelohren bleibt aber noch im Amt, oder wie?

Der Grandseigneur, der Herr Sargnagel, hat sich jetzt aber darüber ereifert, dass sich „unser“ RoKo nicht solidarisch hinsichtlich der Pendelerpauschale verhalten habe. Ein Schurkenstück sei das gewesen, meint er.

*kicher*, naja, was soll ich sagen…man kennt ja die Geschichte von der Schildkröte und dem Skorpion…

Was macht eigentlich dieser lustige Lausbub, der mal Sekretär von irgendeinem General war? Darf der jetzt auch wieder mitspielen? Oder muss der immer noch ums Atomium herumlaufen?

Hihi, manchmal ist Polizik ganz schön lustig…