Parteien zur Europawahl

Heute:

Liste 42 – Pro LoFoMo

 

Für mehr Gesellschaft mit mehr Ellenbogen

Mindestlohn! Für viele! Wenn nicht jetzt dann aber später!

Mehr Gerechtigkeit für die Richtigen!

Leistung muss sich wieder tragen lassen!

Sozialität muss sich wieder lohnen!

Wir sind Brüssel!

Wir krümmen unsere Gurken selber!

In Gedanken nah bei den Menschen!

Liste 45 – Es soll euer Schaden nicht sein

Was uns ist, soll uns bleiben!

Wettbewerb muss stets bestrebt sein, sich selbst zu eliminieren!

Aus dem Volk am Volk vorbei für das Volk!

Wer bereits hier ist, muss nicht mehr hierher wollen!

Auch eure Kinder können Superstar oder Topmodel sein!

Wir, das sind die Anderen. Deshalb lasst uns selbstlos sein!

Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist!

Mehr Ausrufezeichen!!!

Deshalb Liste 47- Pro LoFoMo.

Für eine Welt, die sich dreht!

Elektionsstörungen

Da fragten einst diverse Parteien wegen einiger griffiger Wahlplakat-Slogans bei mir an, aber ich hatte Besseres und Schöneres zu tun. Mittlerweile sind jedoch alle Plakate gedruckt, zu dumm, und der Hund will es auch nicht (zumal ich gar keinen Hund habe), also werfe ich es doch lieber so auf den Markt. Wer will, soll sich einfach bedienen, vielleicht steht ja bald die Wahl eines Klassensprechers oder Geheimdienstkoordinators an:

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„Kompetenz in Permanenz“

„Ihr braucht mich doch, nicht wahr?“

„Nicht besser, aber anders!“

„Blüht tierisch auf – für die Menschen!“

„Hinter diesem Lächeln steckt Biss“

„Wen denn sonst?“

„Gladiolen statt Kapriolen“

„Einer derart pluralistischen und komplexen Gesellschaft und den damit einhergehenden Problemen kann man nicht mit einigen wenigen hingeworfenen Schlagworten beikommen, deshalb wählen Sie m“

„Yippie-ay-yeeah, Schweinebacke!“

„Für mehr Sicherheit in Freiheit!“

„Für mehr Freiheit in Sicherheit!“

„Wählt die Frau von Nebenan!“

„Regieren, nicht negieren“

„Seid umschlungen, Millionen!“

„Der Typ auf dem Plakat nebenan betrügt seine Frau!“

„Für mehr Ninja im Bundestag!“

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Mein persönlicher Favorit wäre hingegen ein großes Plakat in beruhigendem Blau mit dem kleinen Text „Diesen Moment der Ruhe verschaffte Ihnen Gernot Gieselbumper von der THC“ oder etwas ähnliches …

140er

Noch ein letztes Mal dieses Jahr: Eine Kollektion auserlesener gezwitscherter Auswürfe meinerseits in maximal 140 Zeichen:

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Vom Bedauern

Eigentlich wollte ich einen Artikel in der heutigen Tageszeitung über das, was mitten im Leben stehende Menschen von dem Tode nahen lernen können für ein paar nachdenkliche Zeilen nutzen. In besagtem Artikel wurden unter anderem die „Top 5“ der Dinge aufgeführt, die Menschen am Ende ihres Lebens bedauern.

Das Bedauern, die Bremsen nicht schon eher mal überprüfen zu lassen, kommt erstaunlicherweise nicht darin vor. Dafür aber das, was man üblicherweise auch erwartet. Nicht mehr man selbst gewesen zu sein, zu lange in einem furchtbaren Job verharrt zu haben, zu wenig Zeit mit Familie und Freunden verbracht zu haben und derlei …

Also das, was die meisten von uns irgendwann bedauern werden plus Qualmerei, Sauferei, zu viel Süßkram und zu wenig Sport.

Dann schob sich jedoch mal wieder ein Werbespot für Deutschlands umsätzstärkstes Schmierblättchen in mein Blickfeld und ich frage mich nun, ob die dort auftretenden Protagonisten diesen Auftritt in einem pseudo-kritischen Hurraspot irgendwann mal bedauern werden. Von Leuten wie Neubauer, van Almabtrieb, Rudolph und Co. hatte ich eh nichts Anderes erwartet. Beim Herrn Waalkes mittlerweile eigentlich auch nicht mehr, da er sich in den vergangenen Jahren ja bereits ausreichend mit den ewiggleichen Gags zur Mediennutte gemacht hatte, aber hin und wieder fällt mir ein, dass er den Großteil seiner Karriere der Kreativität der halben „Titanic“-Mannschaft zu verdanken hat. Wenn ihm dies auch hin und wieder mal einfällt, sollte er sich eigentlich vor Scham von seinen Ottifanten tottrampeln lassen.

Mag ja sein, dass die Teilnehmer dieser peinlichen Werbeposse zum Einen mit Geld und zum Anderen mit der Drohung einer künftig veränderten Berichterstattung geködert/genötigt werden, aber dennoch …

In meiner Jugend konnte ich ganze Platten von ihm auswendig zitieren, verdammt!

I wanna have Sekt with you

Werbung will verführen. Zum Kauf von irgendwas. Insbesondere bei Klamotten oder vermeintlichen Artikeln des besseren Lebens bedient sie sich seither immer wieder gerne des erotischen Elementes.

Mitunter gelingt dies recht gut, manches Mal aber …

Ich zitiere hier einen Radiospot aus meinem schlechten Gedächtnis, deshalb leider auch nur annähernd wörtlich, da es bereits eine Reihe von Stunden her ist und … äääh … um was ging es hier überhaupt …?

… ach so, jetzt weiß ich’s wieder … also ein erotisch angehauchter Spot, der ein Genussmittel bewirbt. Zu hören ist eine weibliche Stimme mit lasziver Färbung:

„Als ich ihn vom Bahnhof abholte, trug ich dieses spezielle, ausgeschnittene Kleid von damals. Hinter meinem Rücken versteckte ich eine Flasche Rapunzel*-Sekt. Ich lief auf ihn zu und erst im letzten Moment drehte ich mich um.

Wir genossen den Sekt noch am Bahnsteig …“

*=Name von der Redaktion geändert

Sie holt ihn also in diesem speziellen Kleid am Bahnhof ab. Vermutlich ihn bereits sehnsüchtig erwartend. Womöglich kommt er von einer Geschäftsreise zurück. Vor wenigen Jahren noch wäre der Ort der Handlung sicher ein Flughafen gewesen, aber die Macher zollten hierbei wohl der Wirtschaftskrise der letzten Jahre Tribut. Vielleicht hatte er aber auch mehrere Wochen seine arme, alte, kranke Mutter gepflegt und … jaja, das glaube ich ja nicht einmal selber …

„Sekt“ steht hierbei selbstverständlich als Metapher für ein anderes sehr ähnlich klingendes Wort und speziell der letzte Satz soll beim Zuhörer ordentlich Kopfkino auslösen. Wenn schon nicht den Akt als solches, dann doch zumindest ein prickelndes Vorspiel unter den verdutzten Augen der anderen Bahnfahrer, die neidvoll zuschauen, wie sich dieses junge oder zumindest junggebliebene Pärchen selbstbewusst eine kleine Auszeit von der lähmenden Realität nimmt und den Anderen damit zeigt, dass es Leben noch genießen kann.

Soweit ist also eigentlich alles ganz ordentlich gelöst, liebe Werbefu…macher! Nicht s(p)ektakulär, nicht sehr innovativ, aber solide.

Jedoch: Jetzt mal ehrlich: Rapunzel-Sekt? Keine Witwe? Kein Möt Schangdong oder vergleichbare Ware? Da kommt meiner Erfahrung nach die Fantasie aber nicht allzu weit vom Boden weg. Sofern die Dame im ausgeschnittenen Kleid auch noch eine kleine, verführerische Süßigkeit dabei haben sollte, wird es sich dann wohl auch weniger um handgeschöpfte südfranzösische Pralinen in edelst gefalteter Papierverpackung oder hauchdünne, knispernde Schokoplättchen mit dezent orgasmierendem Orangenaroma gehandelt haben, sondern stilecht wohl eher um Kinderriegel oder etwas dergleichen.

Rapunzelsekt schenkt man nach wie vor der Omma zum Achtzigsten, damit die mal wieder lustig ist und die elenden Dauerschmerzen in der künstlichen Hüfte vergisst, aber man nimmt ihn doch nicht zum têtê-a-têtê am Gare du Nord mit.

Manch Imagewechsel kann man einfach nicht erzwingen. Gotts.chalk macht schließlich auch keine Kondomwerbung, auch wenn er Erfahrung mit Gummiware haben sollte.

Prost!

Übrigens: Est der Beaujolais primeur schon arrivé? .. ach nee, das ist ja erst Mitte November, nichtwahr?

Letzte Leerung 2010

Unverzichtbares Last-Minute-Wissen über Zwanzigzehn:

Die beliebtesten Primärfarben (additiv):

1. rot

2.gelb

3.blau

Die nervigsten Tracks:

1. Waka Waka

2. This Time for Africa

3. Dieser WM-Nervsong von Shakira

4. Nein, Mann, ich will noch nicht ausgehen, ich will noch ein wenig Wäsche machen, bügeln, Marmelade kochen und die Fenster sind auch schon ewig nicht mehr geputzt worden.

Oft ausgerufene Benzinpreise:

1. 1,49€

2. 1,38€

3. 1,44€

4. 1,43€

5. Ihrhabtjawohlkomplettdenarschoffen€

Die beliebtesten Nebenbeschäftigungen deutscher Bundespräsidenten:

1. schwerbeleidigtsein

2. Lenabegrüßer

Die nervigsten Werbespotfiguren (Mehrfachnennung möglich):

5. Die Blonde mit den drei Stullen und dem kreisrunden Augenbrauenausfall(23%)

4. Das Vorher/Nachher-Gespann Kauli.tz/Coo.per (34%)

3. Der Langhansverschnitt von Za.lando (68%)

2. Michael „Käsemauke“ Ba.llack (81%)

1. Marcel D. (105%)

Neue geplante Sendeformate für 2011:

1. Wiki und die leaken Männer

2. Bauer sucht Dame (Kuppelshow für Schachfreunde)

3. Das große TV-To.tal-mit-Wok-vom-Turm-springen-und-danach-wettpopeln-mit-Raa.b-während-Lena-137-Lieder-trällern-muss-Special

Die großen Toten in 2010:

3. Heidi

2. Christoph

1. Paul

Die am wenigsten beachteten Demonstrationen:

3. Weniger Kohlensäure im Trinkwasser!

2. Ich bin ein 1-Mann-Flashmob!

1. Für mehr wegsehen!

Die am weitesten verbreitete Überraschung, dass sowas überhaupt ein Staat ist:

1. Katar

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Kurze Werbeunterbrechung

„Also, mein Chef gestern ‚Tja, mit Ihrer Behinderung können wir Sie leider nicht mehr bei uns weiterbeschäftigen.‘ Auweia, das hatte ich nicht erwartet. Das muss ich nun noch meiner hochschwangeren Verlobten und der pflegebedürftigen Mutter erklären. Die werden beide nicht begeistert sein.

Davor gönne ich mir jetzt aber erstmal eine Pause mit einem FUCK UP. Das sind leckere Magic Mushrooms auf knusprig gebackenen Hanfblättern.

Fuck up, der leckere Snack von Leifsacks!“